14
Aug
08

Meine kleine Taiwan-Tour

Ich würde mal sagen „long time no see, but nice to see you again“. Ich war von Montag bis Mittwoch on the road mit meiner Gastschwerster Ava und einigen ihrer Freunde. Wir haben zusammen in einer Reisegruppe eine geführte Tour durch die Mitte Taiwans gemacht und dabei einige touristische Zentren und Attraktionen besucht, wie z.B. den „Alishan“ (Mount Ali), wo wir die meiste Zeit verbracht haben.

Am Montag sind wir mit einem Reisebus knapp 5 Std. in ein Dorf namens „Ali“ (ich hoffe ich erinnere mich richtig) auf dem eben genannten Berg namens „Ali“ gefahren.Kaum angekommen hat uns unser Tour-Guide durch das Dorf geführt und uninteressante Sachen erzählt – eigentlich habe ich ihn nicht verstanden, weil meine Kenntnisse der chinesischen Sprache dafür nicht reichen, aber meine Gastschwester hat mir versichert, dass ich nichts verpasst habe XD . Danach ging es erst einmal ran ans Futter, weil wir seit einiger Zeit nichts richtiges mehr gegessen hatten, anschließend hatten wir etwas freie Zeit, die wir genutzt haben, um im „7 Eleven“ (ähnlich einer Tankstelle nur ohne Zapfsäulen und viel, viel billiger) shoppen zu gehen (das ist vlt. etwas übertrieben…wir haben nur Trinkstoff gekauft ). Gegen 8 Uhr sollten wir auf unseren Zimmer sein, damit wir ausgeruht in den nächsten Tag starten konnten (ich erzähle gleich, was es damit auf sich hat) und tatsächlich waren wir (Ava, zwei ihrer Freundinnen und ich) brav im Hotelzimmer bis wir kontrolliert wurden…dann haben wir uns mit vier Jungs (auch Freunde von Ava) aus dem Staub gemacht, um wieder im „7 Eleven“ shoppen zu gehen. Und natürlich sind wir erst spät zum Schlafen gekommen weil wir noch TV geschaut haben (amerikanische Serien sind mit Originalton, also in Englisch und mit chinesischen Untertiteln).

Ganz ehrlich? Wir wären besser schlafen gegangen… >< Um 3:30 Uhr, mitten in der Nacht, wars nämlich aus mit süßen Träumen, wir sind zur Bahnstation des Dorfes gelaufen und sind auf eine besondere Aussichtsplattform des „Alishan“ gefahren…Warum der ganze Aufwand? Wir sollten uns den Sonnenaufgang über dem Jadeberg (den taiwanischen Namen hab ich jetzt vergessen) ansehen – und ja, wir SOLLTEN, man hat uns gezwungen! …Mehr oder weniger für nichts und wieder nichts, weil wir den Sonnenaufgang gar nicht richtig sehen konnten, obwohl, irgendwie war es ja doch sehr schön. Das dumme war nur, nachdem wir uns auf diesem Berg den – pardon – Arsch abgefroren haben (bei ca. 10°C) mussten wir erstmal fünf ganze Stunden (!!!) ohne Frühstück, Durstlöscher und ohne Schlaf von diesem Berg herunter wandern und das auch noch über schlüpfrige, feuchte und vor allem echt gefährliche Treppen mitten im Wald. Wir dachten, wir müssten sterben… Irgendwann waren wir dann aber doch wieder im Dorf…und mussten schon wieder los…diesmal aber mit dem Bus. Und erst im Bus gab es die erste Mahlzeit des Tages. Es ist wirklich eine Herausforderung in einem fahrenden Bus mit Stäbchen unhandliches (und undefinierbares) Zeug aus einer Pappschachtel zu essen (es gab nicht einmal Tische, wo man das Essen hätte abstellen können). Nun gut, danach waren wir nicht mehr hungrig, dafür aber müde, doch schlafen konnten wir nicht, der Tour-Guide hat einfach seinen Mund nicht halten können und das machte das Schlafen unmöglich… -.-‚ Außerdem mussten wir bei allen möglichen „besonderen“ Örtchen anhalten und uns noch mehr ödes Gequatsche anhören (ich hätte den Guide am liebsten vom Berg heruntergeschubst – naja, nicht nur ich, die anderen waren meiner Meinung). Ich konnte es kaum fassen, aber wir waren keine 2 Std. gefahren und schon sollten wir wieder wandern, knapp 2km zum nächsten „besonderen“ Ort. Daraus ist aber zum Glück nichts geworden, denn es begann zu regnen (außerdem hat der Guide beim Treppensteigen verkackt ). Wir also alle zurück zum Bus und das in highspeed Tempo (obwohl uns wirklich alles weh tat), wir wollten nur noch schlafen…was wir dann auch endlich konnten. Gott sein dank! Ein paar Stunden später kamen wir in einem wirklich, wirklich widerlichen Hotel mitten im Nirgendwo an…und hatten freie Zeit, mit der wir eigentlich nichts weiter anfangen konnten. Wir haben also mit einigen Leuten (ich denke wir waren knapp zehn) Karten gespielt und Unsinn gemacht, wobei wir einen riesen Spaß hatten, auch wenn die Kommunikation etwas schwierig war (mit mir haben zwar alle Englisch gesprochen, unter einander aber nicht, so habe ich nicht viel mitbekommen). Schließlich habe ich meinen neuen Freunden (später mehr) schlimme Wörter auf Deutsch beigebracht, die sie sich schnell eingeprägt haben . Mitten in der Nacht sind wir dann schließlich im kleinen Kreise doch noch auf einen kleinen Berg gestiegen (schon wieder Treppen), um uns Sternschnuppen anzuschauen. Es war wirklich wunderschön . Danach haben wir dann wieder Karten gespielt und gegen 1 Uhr nachts Instant-Nudeln zubereitet, weil wir vor Hunger fast gestorben sind (das zweite mal innerhalb von 24 Std). >> wir hatten zwar insgesamt zweimal Abendessen im neuen Hotel, aber das hat nicht gereicht. Hier in Taiwan ist man irgendwie immer hungrig… >< Ich glaube wir sind erst gegen 2, 3 Uhr nachts ins Bett gegangen. Wobei das Bett kein Bett war, sonder eine richtig harte Matratze auf dem Fußboden, bezogen mit dreckigen Lacken. Das war wirklich echt widerlich…


Okay…Mittwoch. Am Mittwoch sollten wir gegen 8:30 Uhr aufbrechen, also gab es Frühstück ab 7 Uhr, es gab, was ich persönlich als Salat bezeichne (das waren alle möglichen Gewächse, wie Bambussprotten oder Kresse), natürlich wieder irgendwelches warmes chinesisches Essen (was ich aber zum Frühstück wirklich nicht haben wollte), Pommes mit Ketchup (!) und – meine Rettung – Toast (nur dass das Toast irgendwie zu süß war…und das lag nicht an der seltsamen Marmelade oben drauf). Ja, so weit dazu…wir sind dann aufgebrochen und ich war dann auch mal wieder ein wenig müde, obwohl ich gar nicht weiß warum das so gewesen ist . Aber schlafen war mal wieder nicht drin (obwohl meine Erinnerung etwas nachlässt), denn der liebenswerte Tour-Guide brabbelte wieder irgendwas in sein Mikrofon. Wie auch immer, irgendwann haben wir dann in einem netten Örtchen angehalten (dort wurde das „best friends“-Bild geschossen) und wir wurden erst einmal wieder herumgeführt, um etwas zu lernen, was aber gar nicht geklappt hat, weil niemand zu gehört hat. Dann – obwohl wir alle eigentlich nur noch nach Hause wollten – hatten wir noch eine Stunde Freizeit (stellt euch das vor: wir hatten keinen Bock auf Freizeit!), in der wir durch das Touristendorf streifen durften. Naja…TOURISTENdorf ist das Stichwort, die meisten Stände boten Nippes zum Kauf an, andere Stände verteilten Gratis-Proben von ess- und trinkbaren Spezialitäten, wovon die Meisten wirklich echt lecker war. Nach unserer Freizeit gab es ausnahmsweise was zu essen, das war aber eher nicht genießbar…zumindest nicht für mich (frittierter Bambus ist so was von ekelig, wenn er nicht ganz frisch ist, bei dem Geruch kräuseln sich mir jedes Mal die Zehennägel, so widerlich ist das…überhaupt schmeckt das Zeug, wie es riecht). Ja…ich glaube mehr haben wir an dem Tag nicht gemacht, weil wir ja wieder ewig lange mit dem Bus unterwegs waren, um wieder nach Hause zu kommen. Während der Zeit im Bus konnten wir eigentlich endlich mal wieder „ausschlafen“ und haben außerdem noch zwei (raubkopierte) Filme gesehen. Zu Hause angekommen, sind wir Sushi essen gegangen und endlich war ich wieder richtig glücklich – nichts geht über Sushi, dafür könnte ich sterben…


Noch ein kleiner Absatz zu meinen neu gewonnenen Freunden: Zu Beginn unserer Reise habe ich mich eigentlich nur mit der, würde ich meinen, besten Freundin meiner Gastschwester unterhalten, weil Mädchen sich hier in Taiwan anscheinend eher trauen, Englisch zu reden als die Jungs, doch nach und nach habe ich auch die Herren der Schöpfung geknackt und wir sind ziemlich gute Kumpels geworden. Alle waren wirklich nett zu mir und wir hatten eine Menge Spaß, haben rumgealbert und ein wenig Blödsinn gemacht, wie immer, wenn man mit Jungs unterwegs ist .

Soweit dazu, hier noch ein paar Fotos von uns:

Yuanshan

Blick auf den Jadeberg

-)

hier sind wir alle komplett 🙂

meine Mädels

meine Mädels

best friends ^^

best friends ^^

best friends Nr.2 ^^

best friends Nr.2 ^^

D

alle meine Entchen 😀

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4 Responses to “Meine kleine Taiwan-Tour”


  1. 1 Rapha
    15. August 2008 um 16:28

    Hallöle=)
    na das hört sich ja alles sehr spannend an^^
    mach mir da bloß keinen unsinnxD
    wie zum wanderer motieren oder hochleistungssportlerin;)
    hoffe du hast viel spaß und die sind alle friedlich zu dir:)
    meld mich wieder bis denne
    raphiiii

  2. 15. August 2008 um 16:55

    ach Mensch Lara x) das klingt ja als hättest du richtig Spaß 😀

    gibts irgendwann auch Fotos oder musste dir erst noch ne Camera ala Made in Taiwan kaufen? 😛

    aber der Blog is auf jeden fall ne coole Idee und wenn ich nicht zu faul bin werde ich auch ma ab und zu kommentieren 😉

    greetz to the feets and from good old Germany =)

  3. 3 Mareike
    15. August 2008 um 19:23

    Lara Schätzchen:)
    Hier in Deutschland bist du schon ne kleine Mediensensation. In der NW stehst du mit einem Artikel drin (leider etwas dämlich vom „Journalisten“ geschrieben^^), heute hab ich im Westfalen-Blatt auch nen Artikel gefunden (ich finde, es hört sich an, als ob so ein richtiger VIP wärst [„Persönlich war die Austauschschülerin gestern nicht zu erreichen“]).
    Nach 2 1/2 Tagen sind die Orientierungstage endlich vorbei; das war ganz schön anstrengend.Die Neuen sind auch ganz nett (vor allem die beiden Jungs aus Neuenkirchen..). Julia, Nils, Lisa und Schmiegel sind unsere Stufensprecher, aber das betrifft dich dieses Jahr ja nicht^^. Sonst gibts nicht viel Neues..
    Wünsch dir noch ganz viel Spaß 🙂

  4. 4 Fabi
    16. August 2008 um 13:39

    Hey ho, klingt ja irgendwie voll lustig^^ naaa Spaß beiseite. Du tust mir fast ein bisschen Leid. Und darum finde ich es umso lustiger. Naja ich keinen plan was ich hier schreiben soll, darum lasse ich es lieber vorerst sein.
    Ich wünsche dir noch viel Spaß in Taiwan
    Fabi


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