23
Aug
08

Von Produzenten, Poeten und Türmen

Ich weiß, ich habe jetzt längere Zeit nichts mehr geschrieben – aus dem einfachen Grund, dass ich überhaupt keine Zeit gehabt habe, denn die letzten Tage war ich nahezu pausenlos unterwegs…

Es könnte Donnerstag gewesen sein, als ich zum zweiten Mal seit ich hier bin zu einem Meeting meines Hostclubs (dem Tungchin Rotary Club) aufgebrochen bin. Per High Speed Rail (HSR) sind meine Gastschwester Mimi (ich glaube wirklich, dass ich mal ein Familien-Porträt anlegen sollte) und Ich nach Taipei City aufgebrochen, um uns dort mit Ihrem (und meinem vorübergehenden) Vater zu treffen. Dieser brachte uns alle dann heil durch den mörderischen Verkehr zum Treffpunkt: dem Tonstudio eines berühmten taiwanischen Musikproduzenten, von dem ich noch nie gehört habe – was wohl der Grund ist, warum ich seinen Namen prompt wieder vergessen habe.

Zu Beginn führte meine Gastschwester dem Club eine Power Point Präsentation vor, die sie für ihren Gastclub in Frankreich vorbereitet hatte (zum Glück größtenteils auf Englisch – so hatte ich auch noch die Chance, ein paar Dinge über Taiwan in Erfahrung zu bringen). Der Vortrag war alles in allem nicht schlecht auch wenn ich bemerken muss, dass sie vor lauter Aufregung glatt ein paar Wörter verschluckt hat, aber wer kann ihr das verübeln? Die Clubmitglieder haben schon irgendwie eine einschüchterne Wirkung…Naja, anschließend wurde dieses Meeting allerdings besonders nervtötend und einschläfernd (es tut mir schrecklich leid, aber ich bin tatsächlich kurzfristig eingeschlafen), denn der namelose Produzent hat einen Vortrag für den Club gehalten, der vielleicht irgendwo interessant gewesen wäre, 1. wenn ich auch nur ein Wort verstanden hätte und 2. wenn der gute Mann seine Redezeit nicht maßlos überzogen hätte…Der Produzent begann seinen Vortrag grob geschätzt um 13.20 Uhr (zu diesem Zeitpunkt war ich schon über 1 Stunde anwesend, voll gefressen und tot müde, weil ich vergleichsweise spät ins Bett gekommen bin und früh wieder aufstehen musste) und wollte dann einfach nicht mehr aufhören, zu reden. Erst gegen 14.30 Uhr, einige entnervte Blicke zwischen mir und meinem Gastvater später (das Meeting hätte schon längst vorbei sein sollten) war der, dessen Name in Vergessenheit geriet, endlich durch mit seinem Vortrag…und (nicht nur) ich war durch mit den Nerven.

Aber noch war es nicht überstanden (was im Endeffekt nicht schlecht war), denn der Club hatte noch einige interne Sachen zu erledigen, wie z.B. mir mein Taschengeld auszuhändigen (wichtig!!!) und Mimi alles Gute für ihren Austausch zu wünschen. Dies dauerte noch einmal bis gut 15 Uhr, obwohl sich das ein oder andere Mitglied schon früher abseilte.

Als das Meeting dann aber doch endlich offiziell geschlossen wurde, fuhr mein Gastvater Andy Mimi und mich zu einer Shopping-mall nahe dem Taipei 101 (noch das höchste Gebäude der Welt – aber nur bis die Araber mit ihrem 700 m Türmchen in Dubai fertig sind). Im Gegensatz zu meiner Gastschwester erfüllte diese (erste) Einkaufstour mein Herz nicht mir Glück, denn was ich wollte, waren Bücher, keine Kleider, doch der durchaus riesige Buchladen war für meinen Geschmack zu unsortiert und ich habe kein einziges englisches Buch finden können. Nach kurzer Zeit habe ich mich dann also in ein Starbucks abgesetzt, einen Kaffee geschlürft und einen Muffin gefuttert, während mein Schwesterherz frohen Mutes weitere Besorgungen erledigt hat (die Gute hat mich gut 1 Stunde warten lassen xD ).

SIE war nach relativ kurzer Zeit also glücklich und zufrieden, nur ICH war es nicht…ich hatte in dieser Mall letzten Endes doch ein Buch gekauft, von dem ich später merkte, dass ich es bereits gelesen hatte. Da meine Gastschwester aber ein gutes Kind ist und sich selten beschwert, habe ich sie zum Taipei 101 geschleift, da sie mir versichert hatte, dass es dort eine adäquate Buchhandlung für mich gibt. Und sie hatte Recht. Am Ende des Tages hatte ich vier neue Bücher (u.A. einen Sammelband von William Blake – ja, haltet mich ruhig für komisch) und war endlich, endlich zufrieden. Die Torturen des Tages hatten sich doch gelohnt.


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1 Response to “Von Produzenten, Poeten und Türmen”


  1. 1 Gabriele
    23. August 2008 um 22:39

    Prima Sache, dieser snapshot zu wikipedia über William Blake, da können Unwissende wie ich gleich nachschauen, wer das denn wohl ist!!!!


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