02
Sep
08

Sommer, Sand, Sonnenbrand: Tag 1 – 27.08.08

So, ich war also zwei Tage lang unterwegs, wie ihr vielleicht bemerkt habt. Zwar bin ich schon länger wieder da, hatte aber trotzdem nicht so viel Zeit, einen Eintrag zu schreiben (und dieser Eintrag ist wirklich nicht der kürzeste). Also, wo fange ich an?

Am besten am Anfang, meiner Meinung nach müsste das wohl Mittwoch gewesen sein. Der Tag fing schon mal super an: Mimi sollte früh morgens (eigentlich mitten in der Nacht, genauer um 7.45 Uhr) nach Frankreich fliegen. Ich also, pflichtbewusst, wie ich nun mal bin, um 3.30 (a.m.) aus dem Bett gekrochen – ja, auf allen Vieren – und halb im Delirium unter die Dusche und schön Haare waschen (dank des Friseurbesuchs müffeln meine Haare immer noch leicht angebrannt). So gegen 4.30 Uhr war ich dann glaube ich soweit fertig (mit den Nerven) und wartete darauf, dass der Rest meiner Gastfamilie auch endlich aus dem Bett kam. Um ehrlich zu sein, hatte ich mich schon gewundert, warum noch keiner von ihnen aufgestanden war, aber ich habe mir weiter nichts dabei gedacht, weil ich ja eh nie Ahnung habe, was der Familienvater so plant :P. Naja, ich habe mich einfach wieder ins Bettchen geknallt und bin auch prompt wieder eingeschlafen (aber nicht ohne vorher meinen Wecker auf 4.45 Uhr zu stellen, schließlich wollten wir ja um 5 Uhr los). Wie ihr euch vielleicht vorstellen könnt, habe ich lange gewartet und es schließlich aufgeben, meinen Wecker immer weiter zu stellen – wenn sie mich dabei haben wollten, sollten sie mich eben wecken. Das taten sie auch…aber erst um 5.30 Uhr. Dann musste natürlich alles ruck zuck gehen, was mich persönlich nicht gerade glücklich gemacht hat, weil ich ein wenig in der Zeit zurücklag im Gegensatz zu den anderen. C’est la vie – hart aber ungerecht. :-3

Keine Ahnung, wie ich das gemacht habe, aber ich habe es dann doch mit samt meinem Gepäck für den bevorstehenden Trip mit Ava ins Auto geschafft und mein Gastvater brauste mit teuflischer Geschwindigkeit (120 km/h 😀 ) in Richtung Flughafen um Mimi noch pünktlich in den Flieger zu bekommen. Vielleicht erinnert ihr euch, das ich sagte, wir wollte um 5 Uhr los…daraus ist warum auch immer nichts geworden (ich glaube Mimi war Schuld – sie hat da so etwas in der Richtung angedeutet) und wir waren also spät dran. Am Flughafen angekommen hieß es erst einmal warten, wobei wir eigentlich keine Zeit hatten, denn anstatt 2 Stunden vorher anzukommen, kamen wir nur knapp über eine Stunde früher an – viel zu knapp, denn es gab noch einiges zu klären. (Ich persönlich war bei meinem Abflug 2 Stunden vorher da und DAS war schon nicht ganz locker). Wie Mädels so sind, hatte meine Gastschwester zu allem Überfluss natürlich viel zu viel Gepäck dabei (ich meine es waren so 10kg Übergepäck), da hieß es dann ein (hitzige? – ich habe es leider nicht verstanden) Debatte mit der Angestellten von China-Airlines (klingelt da was?) zu führen. Am Ende musste dann doch noch bezahlt werden – und zwar doppelt, da Mimi mit zwei verschiedenen Fluglinien fliegen sollte Das wiederum kostete natürlich einiges an Zeit und der ursprünglich gebuchte Abflug war nicht mehr zu erreichen, also wurde dann auch noch das Ticket umgebucht auf einen Flieger, der eine halbe Stunde später abflog (was kein Problem war, da Mimi zu erst nach Hong Kong fliegen musste, um von dort mit Air France nach Paris zu gelangen).
Irgendwann war das ganze Gedöns am Flughafen dann vorbei, wobei beim Abschied nicht eine Träne vergossen wurde, dabei dachte ich, das wäre irgendwie…äh…Standard? Normal? Es war sehr kurz und anscheinend auch schmerzlos. Naja, who cares? War ja nicht mein Abschied. Genug von Mimi und Abschieden, ich werde noch ganz sentimental 😉

Schließlich und schlussendlich machte ich mich mit Ava per MRT (muss wohl ein Zug sein) auf den Weg nach Fulong Beach. Im Zug trafen wir auf drei Freunde von Ava, mit denen wir uns verabredet hatten, einer von ihnen sah überraschenderweise ganz gut aus und sprach sogar ganz gut Englisch (was ich aber erst später erfuhr). Ich aber nutze die 2 ½ Stunden Fahrt natürlich perfekt und schlief, bis wir dann endlich da waren…
Man könnte ja meinen, so klein wie Taiwan ist, dass man innerhalb kürzester Zeit von einem Ende zum anderen reisen könnte, aber weit gefehlt: wir haben kaum Distanz zwischen die „Heimat“ und uns gebracht. Wie dem auch sei, das Dorf Fulung selbst war nicht überragend, aber der Strand war umso besser und vor allem ziemlich leer – wer ist schon so intelligent und geht bei 35° C im Schatten an den Strand und knallt sich in die Sonne…? Ja, ja, ich kann mir vorstellen, was ihr jetzt denkt: „Du natürlich, wer denn sonst!?“ (ihr kennt mich wirklich zu gut 😉 ). Für den Anfang waren wir aber nur einmal kurz „gucken“, denn der erste Weg führte von unserem Hotel zum Visitors Center, um uns einige Informationen über die Gegebenheit zu besorgen.
Daraufhin beschlossen wir (eigentlich wurde dieser Beschluss ohne mich getroffen), uns Mountainbikes zu mieten und eine kleine Radtour zu machen, was nicht so ganz ungefährlich war, da die Fahrräder nicht gerade, wie ich sagen würde, „deutschen“ Standards entsprachen (bei meinem Bike funktionierte eine Bremse nicht wirklich). Zu Beginn war ich nicht ganz freiwillig dabei, aber das änderte sich schnell, denn im Endeffekt war es eine super schöne und auch super lustige Tour – und so anstrengend war es dann doch nicht. Wir radelten einfach gemütlich über kleine Hügelchen, die sogar ich mühelos bewältigen konnte 😀 und machten hier und da den ein oder anderen Halt, um ein wenig unseren Spaß zu haben und Fotos zu machen (wir drehten sogar einen kleinen, mehr als vollkommen sinnlosen, dafür aber lustigen Film).
Nach nicht allzu langer Zeit auf dem Rad, tat mein Hintern zwar ganz schön weh (tut er immer noch), doch ich wurde königlich für mein Opfer belohnt: Um zu einem Aussichtspunkt am Meer zu gelangen, brausten wir vielleicht knapp 2 Kilometer durch einen kühlen, ehemaligen Bahntunnel, die Aussicht war den Schmerz auf jeden Fall wert – es war einfach nur wunderschön, atemberaubend und schweißtreibend…und es hat mir einen leichten Sonnenbrand beschert, der hoffentlich noch mal braun wird 😀 .

Gottchen, ist das ein langer Eintrag…hoffentlich hält der Akku vom Notebook bist zum Schluss << . By the way, ich sitze grade in einem Café in Keelung, genieße den erhöhten Ausblick aufs mehr, Schlürfe mit purer Freude meinen Kaffee, während meine Gastmutter neben mir ein Nickerchen hält bzw. ebenfalls die Aussicht auf sich wirken lässt. Wir warten grade darauf, dass Ava Nachmittagsunterricht in der Universität zu Ende ist, dann geht’s weiter im Programm (das ich natürlich nicht kenne, ich weiß nur, dass es eines gibt 😉 ).

Wo war ich? Ach ja, Fahrradtour…Wir nahmen denselben Weg zurück, den wir gekommen waren und schauten uns im Dorf nach einer Imbissbude um, es dauerte nicht lange und wir fanden eine kleine Kaschemme mit ausreichend Sitzgelegenheiten für uns fünf und einem netten Angebot an traditionellem taiwanischem Essen. Anschließend fuhren wir noch ein wenig planlos in der Gegend herum, um den perfekten (gratis) Zugang zum Strand zu finden, denn sonst hätten wir 70NT$ (ungefähr 1,50€) bezahlen müssen, was wir natürlich nicht wollten, logo 😀 . Wir fanden zwei Wege zum Strand – einer lang und langweilig, der andere kurz und ziemlich steinig, mit andere Worten: eine nicht ganz ungefährliche, dafür aber aufregende Kletterpartie (ein wenig Abwechslung kann ja nicht schaden 🙂 ).
Wir brachten also die Mountainbikes zurück und bezahlten ein wenig mehr als 4€ für, ich weiß nicht recht, gute 2 bis 3 Stunden. Anschließend machten wir einen Abstecher zum nächsten 7-Eleven (die gibt es wirklich überall), um uns mit (nichtalkoholischem) Trinkstoff einzudecken. Danach gingen wir zu einem der ortsansässigen Straßenhändler und ich kaufe mir eine ziemlich billige, dafür aber viel zu große (XL) Badehose, für den Strand – so blöd habe ich darin eigentlich gar nicht ausgesehen, aber es war ja eh nur für den Strand…obwohl die Hose echt bequem ist, soooo viel Platz (demnächst wird es eine Schlafanzughose). Nach dem zugegebenermaßen ziemlich kurzen Einkaufsbummel gingen wir auf unser Hotelzimmer (ja, wir alle haben uns eins geteilt…aber das dürfte jawohl keinen von euch wirklich schockieren, ich wollte es nur klarstellen)und zogen uns um (was Lars jetzt wohl wieder denkt? 😀 ), denn nun ging es endlich, endlich ins Meer.
Kaum am Strand angekommen, stürmten wir auch schon in voller Montur (keiner von uns hatte Badeklamotten an) ins wuderherrlich warme Wasser, irgendwas um die 25°C würde ich schätzen (neidisch??? *böse grinsen tu*). Wir tobten herum und stürzten uns nahezu todesmutig in die heranbrausenden Wellen, die eigentlich nicht wirklich beeindruckend waren, in Frankreich habe ich schon größere gesehen. Kaum waren wir aus dem Wasser, fingen die Jungs schon wieder an, „dummes Zeugs“ zu machen: sie bewarfen einen von ihnen (den, der immer lustig/blöd? genug war, sich jeden Spaß gefallen zu lassen) mit Sand. Das reichte aber noch nicht und zusammen brachen wir ihn im warmen Sand zu Fall und begruben ihn mit einer Menge Sand (keine Sorge, der Kerl lebt noch). Da wir so schön dabei waren, formten wir dem Begrabenen auch gleich noch ein paar Brüste und als wäre das nicht genug, hatte einer der anderen Kerle Mitleid und bastelte auch noch neue Kronjuwelen für seinen Kumpel. Als die Arbeit getan war, posierten wir alle für unzählige Fotos, schließlich war es dem „Opfer“ erlaubt, sich zu bewegen und wir marschierten in geschlossener Formation unter die Dusche (okay, diesmal jeder in seine eigene XD ).
Der Tag ging in die Nacht über, während wir ruhelos und gelangweilt durch das Dörfchen streiften, auf der Suche nach ein wenig Beschäftigung. Zu erst saßen wir eigentlich nur herum, doch dann hatten die Jungs eine nette Idee und wir sind auf das „Aussichtsdach“ des ortsansässigen (ziemlich verlassen wirkenden) YMCA geklettert und haben 10 m über dem harten, steinigen Boden (ohne Sicherheitsgeländer) die Aussicht auf das Meer und die Küste genossen).
Anschließend spazierten wir gemütlich zu einem wunderschönen Tempel mit atemberaubendem Meeresblick und posierten für ein paar Fotos (, die mir hoffentlich noch zugeschickt werden).
Irgendwann ging es dann wieder zurück ins Hotel, wo die Jungs und Ava sich vor den Fernseher knallten, während ich friedlich auf der harten Matratze ins Land der Träume hinüber dämmerte…

Geschlafen habe ich aber eigentlich nur kurz, denn morgens – ich glaube es war 7 Uhr – war die Nacht schon wieder um und es ging weiter im Programm.


Tag 2 adde ich, wenn ich dann mal wieder Zeit habe…

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