16
Sep
08

Regen ist auch nur Wasser

Und ein Taifun ist wirklich nicht so eine große Sache – nur ein wenig Regen und Wind.
Okay…das klingt nicht aufregend genug.
Neustart: Ich untertreibe schamlos, wenn ich behaupte, dass ein Taifun absolut gar nicht aufregend ist, das stimmt nicht so ganz. Obwohl beim genauen hinsehen ein solches Wetterphänomen tatsächlich nur aus (einer zugegebenermaßen riesigen Menge) Regen und mehr oder weniger starken Böen (kommt darauf an, wo man sich im Verhältnis zum „Wetterchen“ befindet) besteht. Ich hatte den Eindruck, dass in den letzten drei Tagen ungefähr die Regenmenge eines durchschnittlichen deutschen Herbstmonats bei uns in der Gegend wortwörtlich vom Himmel gefallen ist… angestachelt vom zornigen Atem der Götter…
Oy, jetzt werde ich aber echt kitschig, hat mir wohl nicht so gut getan, so lange keinen Eintrag mehr zu schreiben, es haben sich über das Wochenende wirklich eine Menge Dinge in meinem Kopf angehäuft…
Wie dem auch sei, ich war das Wochenende über ganz ohne meinen geliebten Laptop (eigentlich ist es ja eine Sie, ihr Name ist Henrietta – hm, ohne knackige Kerle in der Nähe, wendet man sich schnell mal an das andere Geschlecht 😀 )…Wo war ich? …zu besuch bei meiner Gasttante und ihrer Familie, die ich mittlerweile schon irgendwie ins Herz geschlossen habe. Zwar war das auch nicht wirklich aufregender, als die ganze Zeit (ganz alleine) in meinem Palast hier zu hausen, aber so hatte ich wenigstens nette Gesellschaft. Wir haben Spiele gespielt, sind unseren künstlerisch ambitionierten Hobbies nachgegangen (dazu gleich mehr) und haben DVD’s, englischen (Schrott-) Fußball (Erklärung folgt sogleich 😛 )und selbstverständlich auch noch ganz normale TV-Programme geschaut, wobei mir der Desperate Housewives – Marathon beinahe den Rest gegeben hätte (Mädels, tut euch so was nicht an, es ist nicht schön!).

Hier kommt nun der Part, der das mit den künstlerischen Hobbies und dem englischen Fußball erklärt: Es verhält sich nämlich so, dass meine momentane (alles hat mal ein Ende) Gasttante Bianca mit einem waschechten Briten verheiratet ist und sogar 13 Jahre lang auf der „Insel“ zugebracht hat (wenn ich mal ehrlich bin, für mich hört sich manchmal ihr britischer Akzent an wie Chinesisch…ich glaube das bedarf keinen weiteren Kommentar). Er, besser bekannt als Marty, seines Zeichens Künstler (sculptor ist wohl das richtige Wort, dessen deutsche Übersetzung mir nicht in den Sinn kommen will) ist dank seiner Größe, seinem knochigen Körperbau, der Adlernase (generell seinem äußerst markanten, aber nicht unbedingt hübschen Gesicht), wegen seinem Faible für Fußball und wegen seiner Attitüde (tut mir leid, ich weiß, das tut in den Augen weh, aber man nennt das deutsche Rechtschreibung) wirklich einwandfrei als Insulaner zu identifizieren. Nicht, dass das schlecht ist, Marty ist ein echt netter Kerl, der mich mit seinen frechen Sprüchen doch teilweise stark an meinen Pops erinnert (nein, keine Sorge Väterchen, keiner kann dich alten Stinkstiefel/Papabär ersetzen 🙂 )- das allerdings heißt wiederum, dass diese Sprüche in feinster Familientradition ordentlich gekontert werden. Es ist wirklich interessant auf diesem Wege, mal zu erfahren, was verschiedene Europäer so über sich denken (vor allem für mich, da ich noch nie zuvor mit einem echten Engländer gesprochen habe).
Schon komisch, wie „aufgekratzt“ ich über einen Briten in Taiwan bin; liegt wohl daran, dass ich irgendwie irgendwo doch nicht so ganz ohne einen europäischen Verbündeten unter all den Asiaten kann, obwohl hier ja genug rotarsiche Austauschmenschenwesen herum laufen – das ist einfach nicht dasselbe. ..
Habe ich eigentlich die beiden Kinder erwähnt, die mir das Eingesperrt sein im Taifun ein wenig erleichtert haben? Da wären einmal Lilian „Lily“, 14, eigentlich viel zu hübsch, wenn man mal so den Vater betrachtet 😀 und Charlie (eventuell auch Charly, was weiß ich, wie man seinen Namen schreibt?),12, der einfach nur ein 12-jähriger Junge ist, nicht mehr nicht weniger. Ach, ein Familienmitglied hätte ich glatt vergessen, dabei ist sie es, die mich am meisten liebt: Lucy, ein Herzchen von einem Hund (,dass vorher ein lausiges Leben auf der Straße geführt hat, bis sie errettet wurde 😉 ). Sie übertreibt es zwar manchmal mit der Liebe, wenn sie anfängt, einen zu umarmen, nur um anschließend Hände und Füße abzulecken bzw. anzukauen (jaja, ekelig, ich weiß), aber eigentlich hab ich sie ganz gern…außerdem sieht sie so schön doof aus mit ihren riesigen Augen in dem viel zu kleinen Kopf 😀

In diesem Sinne, Tassen hoch und prost! 😀 8)


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1 Response to “Regen ist auch nur Wasser”


  1. 1 Julia
    16. September 2008 um 16:33

    Heyy du!
    Das is aba schön dass du da im fernen Asien doch immer mehr „Wesen“ findest mit denen du dich gut verstehst… 😀
    Naja Grüß mal die liebe Lucy von mir… 😉
    LG Julia


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