Archiv für Oktober 2008

27
Okt
08

Karaoke und heisse Quellen – 11. – 12.10.08

Das Wochenende fing ja schon wieder gut damit, an dass ich am Freitag mal wieder, zwecks BBQ, mit der ganzen Familie in das Haus in den Bergen auswandern musste, was mir bis jetzt noch nie sonderlich am Herzen gelegen hat. Mir hätte eigentlich der Autounfall am Tag davor gereicht, ich hätte nicht auch noch ein langweiliges BBQ gebraucht, aber mich fragt ja keiner…

Problem war nur erstmal, dass ich gar nicht wusste, wann es denn losgehen sollte und ich dazu auch noch hundemüde war. Gegen frühen Mittag bin ich dann also wach geworden und habe erst einmal meine Tasche gepackt und bin flux unter die Dusche gesprungen. Tatsache war, dass ich mal besser nicht ganz so lange geschlafen hätte, denn als ich frisch gebügelt aus dem Bad kam, stand mein Gastvater mehr oder weniger direkt vor mir und meinte, wir müssten irgendwie mal langsam los. Das „irgendwie mal los“ zog sich dann zwar auch wieder eine gute halbe Stunde hin, aber das gab mir Zeit, noch mal durch den ganzen Kram in meiner Tasche zu scannen, wobei ich bemerkte, dass ich meinen Bikini vielleicht auch noch einpacken sollte.

Kaum war ich dann Zusammen mit meinem kleinen Gastbruder in einem, der verbliebenen Autos, ging auch schon nicht los. Ich hatte es ja geahnt, aber so ist das eben, wenn man hier und da mal etwas vergisst, oder wenn die lieben Kinder auf den letzten Drücker noch Milch haben wollen…
Also irgendwann sind wir dann ja doch losgefahren und wie ich bald bemerke, ging es nicht in Richtung Berger, nein, da dieser Freitag gleichzeitig auch „Taiwan Nationalday“ war, ging es erst einmal zu einem berühmten Tempel (ich kannte ihn nicht) in Taipei, wo meine Gastmutter ersteinmal einige Opfergaben fuer die Goetter dar brachte, um um „good fortune“ zu bitten.
Als wird dann damit fertig waren, uns im Tempel im wahrsten Sinne des Wortes den „Arsch abzuschwitzen“, ging es mit dem Auto (einem Audi A5, wenn ich mich nicht irre) weiter in die Berge, wo man uns schon sehnsuechtig erwartete – also auf mich hat ja eigentlich keiner gewartet…

Der Tag ging nach einer (langen) Weile dann in den Abend ueber und das einzig Interessante war dann das BBQ bzw. einfach die Tatsache, dass ich erst einmal mit Essen beschaeftig war, was mir fuer den Anfang ein wenig an Freude bereitet hat – wie das eben so ist: Essen macht gluecklich, zwar nicht uebermaessig aber immerhin fuer den Moment.
Meine Laune wurde allerdings dann dadurch gesteigert, dass die „Kinder des Hauses“ den Film „Iron Man“ in den DVD-Player im Heimkino schmissen, womit ich dann wieder gut zwei Stunden totgeschlagen habe (den Film kannte ich dummerweise schon mehr oder weniger auswendig).

Bloed war nur, dass der Film nicht ewig dauerte, obwohl es mir beinahe so vorkam und auch am Essen verlor ich bald die Lust. So war ich also gezwungen, mir schon wieder eine andere Beschaeftigung zu suche, da keiner der Party-Gaeste Interesse daran haben zu schien, ein Gespreach mit mir zu fuehren. Fuers Erste gab ich mich also damit zu frieden, stillschweigend (ganz ohneSelbstmitleid ) in einer einsamen Ecke des Hauses zu sitzten.

Bla…

Spaeter am Abend habe ich dann aus dem Heimkino die eine bezauberde Stimme Karaoke trellern hoeren und bin dann auch gleich hineingegangen, da ich absolut neugierig war, wer mir denn da den Kopf verdrehte. Gefunden habe dort meine Gast-Tante (, die nicht singen kann) und einige Freunde von ihr (, die umso besser singen koennen); gemeinsam war man gerade am Sake (japanischer Reis-Schnaps) schluerfen, den ich (Gott sei Dank!) auch gleich angeboten bekommen habe. Das Zeug ist wirklich gar nicht mal so schlecht, doch da auf dem Nachbartisch eine Flasche Johnny Walker stand, meinte ich doch glatt zu dem anwesenden Teil meiner Familie (alles Tanten und Onkel), dass ich das Gesoeff doch viel lieber mag.
Geendet hat der Abend damit, dass wir zu viert (meine Tanten, Onkel und ich) zwei Flaschen Whisky gelehrt haben und ich ( wahrscheinlich auf Grund dessen) sogar einen Karaoke-Song „gesungen“ habe, obwohl ich GAR nicht singen kann. Naja, so viel dazu…
Liebe Rotarier, keine Sorge, ich war so gut wie gar nicht betrunken (angeheitert, ja, aber ich hatte immer noch alle meine koerperlichen und geistigen Faehigkeiten beisammen) und habe statt Stress mit meiner Familie (von wegen „Hey, wie kannst du so viel saufen? Boeses Maedchen!) viel mehr Lob geerntet (ungefaehr so: „Krass, du kannst aber viel trinken!). Hoffentlich bekomme ich fuer diese Aussage jetzt Keins auf den Deckel…das waere ja schon bloed, wo ich schon einmal so ehrlich bin…

Soweit zum Karaoke-Teil. Was dann an dem Abend noch passiert ist, könnt ihr euch ja denken. Richtig, ich bin ins Bett gegangen und habe tief und fest geschlafen – allerdings nur für zehn Stunden. Am nächsten Morgen bin ich dann ganz ohne Kater (sondern mit Katze! *lol* – Scherz) aufgewacht und habe gleich nach dem Frühstück, dass aus Pfannkuchen mit super viel Honig und einer Tasse Kaffee bestand, den Fernseher in meinem Zimmer angeworfen, den ich dann so schnell auch nicht wieder ausgemacht habe, da mir sich ja ohne hin keine anderweitige Beschäftigung bot.

Wo war ich? Ich habe gerade den Faden verloren…Schitte (nein, ich weiß, SCHEISSE schreibt man anders – sorry, es gibt kein großen „ß“).

Ähh…okay, ich glaube ich habe ganz einfach den ganze Tag einfach nur in die Röhre geschaut bis wir dann am späten Nachmittag in Richtung Xinbeitou (über eine Stunde Autofahrt durch dichten Nebel und Berge – also, dichtem Nebel auf Bergen trifft es wohl besser) zu den heißen Quellen.
Endlich angekommen war ich eigentlich am verhungern, doch noch war absolut kein Abendschmaus in Sicht, nein, erst ging es daran sich selbst in dem unverschämt himmlisch warmen Wasser zu garen, was ich durchaus genossen habe.
Da ich aber mit einigen Kinderchen „unterwegs“ war, musste ich mich, bevor ich zum „Chilln“ übergehen könnte, noch vor ihnen beweisen. Das war dann aber schon viel zu schnell geschafft, ich musste nur vorführen, wie lange ich die Luft anhalten kann – geschafft habe ich gute 65 Sekunden, was schon gar nicht so übel ist, wenn man bedenkt, dass ich sowohl Ex-Raucher (wehe, irgendwer erzählt das meinen Großeltern…ja, Gabi, Ralf, ich gucke unter anderem euch dabei an! 😀 *lach*) als auch als Bewegungs-Legastheniker bin.

So schön das Baden dann auch letztendlich war, irgendwann wurde ich dann doch schrecklich ungeduldig, weil schrecklich hungrig und habe mich also daran gemacht, mal wieder meine Klamotten zu wechseln, was gar nicht so einfach war, wie man jetzt denken könnte, da man (die Angestellten) doch glatt vergessen hatte, Handtücher einzupacken. Mir blieb also nichts andres übrig, als mich notdürftig mit einem T-Shirt „abzutrocknen“ und mir kurz die Haare zu föhnen, bevor es dann endlich, endlich zum Essen ging.
Und was für ein Essen das war! Himmlisch, beinahe göttlich war das kann ich euch sagen. Ihr vermutet es vielleicht schon, aber für die, die nicht ganz so schnell sind, gibt es hier die Auflösung: Die Speisen im Restaurant (gleich neben der heißen Quelle) waren natürlich allesamt japanischen Ursprungs. Wen wundert es also, dass ich mal wieder nicht genug davon bekommen konnte?

Ganz nebenbei habe ich mir dann auch noch eine deftige Erkältung eingefangen, die (wie ich mittlerweile festgestellt habe) gute zwei Wochen anhalten sollte.

Irgendwann waren wir dann alle mehr oder weniger rund und gesund und machten uns auf den (langen und ermüdenden) Weg nach Hause…

Ende im Gelände. 😀

22
Okt
08

El Diabolo – 01.10.08

Heute (morgen) bin ich zwar nicht wirklich in Hochform gewesen, aber wie sich das so gehört, habe ich mich natürlich pflichtgemäß zum Chinesisch-Unterricht aufgemacht, der (wie jeden Mittwoch) aus einer „besonderen“, kulturellen Fortbildung bestand – in diesem Fall „How to…play Diabolo“.
Ich kann mir durchaus vorstellen, dass der ein oder andere sich jetzt fragt, was Diabolos mit Taiwan zu tun haben – tja, genau wissen tu ich das auch nicht, aber anscheinend ist es ein „famous folk game“ (Zitat Ende) und somit tief in der taiwanischen Kultur verwurzelt – das ist zumindest, was man uns in gebrochenem Englisch erzählt hat.

Abgesehen davon, dass es mir nicht gut ging und dass ich eher wenig Begeisterung für das Spielen mit einem Diabolo empfinde, was möglicherweise an meinem mangelnden Talent dafür liegt, war es doch ziemlich cool unseren „Lehrern“ dabei zuzusehen, wie sie alle möglichen (und unmöglichen) Tricks und Figuren vorführten. Die beiden Studenten, die versuchten, uns den ein oder anderen Trick dann auch beizubringen, waren richtige Profis mit jahrelanger Übung und einigen Titeln (, wenn ich das richtig mitbekommen habe) – die eine Hälfte von ihnen sah sogar richtig gut aus und hat mir freundlicherweise ein wenig „Einzelunterricht“ gegeben ;-).

Wenn man allerdings mehr oder weniger gezwungen wird, zwei Stunden lang in der prallen Sonne diese Plastikbecher durch die Gegend zu schleudern, hört der Spaß dabei ziemlich schnell auf (und kommt so schnell auch nicht wieder), denn es ist nicht wirklich schön, wenn man sowohl irgendwie frustriert als auch elendig am schwitzen ist, wobei man ständig aufpassen muss, das man keines der Diabolos an den Kopf bekommt.
Na ja, mit der Frustration konnte ich einigermaßen gut leben (und so schlecht war ich nun auch wieder nicht), wenn man mal davon absieht, dass ich so oder so keine hohen Erwartungen an mich selbst hatte…von wegen mangelnder Übung und so was…

Nächsten Mittwoch wiederholen wir die ganze Geschichte (, was wohl am nicht-vorhandenen Einfallsreichtum unserer „Aufsichtspersonen“ liegt); ich hab damit zwar kein großes Problem, da es wirklich ziemlich aufregend ist, unseren Lehrer zuzuschauen, aber so richtig freuen tu ich mich auch nicht.

Ich hoffe man, kann mir dieses Geständnis verzeihen, aber ich muss nicht alles mögen, was uns der Rotary Club so aufs Auge drück, oder? Bitte sagt jetzt Ja, sonst fühle ich mich mies… 😀 😛

22
Okt
08

Give me a Kiss! – 04.10.08

Betrunkene Asiatinnen sind einfach nur zum totlachen, ehrlich! Heute ist mir zum ersten Mal eine über den Weg gelaufen, na ja, das ist so nicht ganz richtig, immerhin wohnen wir im selben Haus (sie, 24, 2 Kinder ist irgendwie die Freundin vom irgendeinem Onkel oder so…) – soll also heißen: Während ich mit den Angestellten zusammen gesessen habe (und mir ganz nebenbei einen Muskelkater im Zwerchfell vom vielen Lachen eingehandelt habe), kam die…ähm…Tante? (Egal, ihr Name ist Cindy…Wo war ich?) auch dazu und hat für noch mehr Stimmung gesorgt. Man die Gute war wirklich richtig besoffen 😀 und wir haben, fies wie wir sind, auch noch über sie gelacht…armes Ding.
Anscheinend hat sie ihren Kummer darüber ertränkt, dass sie demnächst ganz allein für ein Jahr nach Amerika aufbricht, um ihr (schlechtes?) Englisch zu verbessern, was bedeutet, dass sie ihre Kinder und ihren Macker zurücklassen muss. Daraus folgte dann, dass sie jedem (vor allem den Kindermädchen) erst einmal sagen musste, wie sehr sie sie doch lieb hat, weil sie sich so liebevoll um die Kinder kümmern (werden).
Bis zu dem Punkt hatte ich mit der ganzen Geschichte noch nichts zu tun, doch dann bemerkte Cindy plötzlich, dass ich auch anwesend war und fing an mit mir zu reden. (Mittlerweile weiß ich, dass ihre ältere Schwester Lara (evtl. auch Laura) heißt, bla, bla… ) Irgendwie war es dann aber doch mal genug und Cindy wollte sich auf den Weg ins Bettchen machen, bevor das aber möglich war, musste sie erst einmal alle anwesenden kräftig drücken – so natürlich auch mich und es sah sicher seltsam aus, wie wir da so ewig lange in der Gegend herumstanden, sich mich umarmte, während alle Umstehenden sich zu Tode lachten.
DAS allerdings war noch mehr oder weniger harmlos, denn als Cindy endlich damit „durch“ war, alle in ihre Arme zu schließen, fing sie an die Leute zu knutschen und forderte von jedem, den sie (betrunkenerweise) auf die Wange küsste, ebenfalls ein Küsschen. So traf es dann auch wieder mich: Das Tantchen baute sich vor mir auf, mehr lallend als sprechend und sagte, „Give me a kiss!“, wobei sie mir ihre Wange hinhielt…

22
Okt
08

Go, catch a flu! – 01.10.08

Nachdem jetzt ziemlich viele meiner Kumpanen in den letzten Tagen mit irgendeiner komischen Krankheit „flachgelegen“ haben, hat es mich auch erwischt – danke! (Das kommt davon, wenn man immer alle Leute umarmt, scheiße. Hoppla, ´tschuldigung…) Wie auch immer, ich bin irgendwie krank, mein Kopf tut weh (bzw. tat – mittlerweile geht’s mir schon wieder besser) und mein Magen ist auch nicht so ganz in Topform, baahh…ist (war) mir schlecht. Warum eigentlich? Ich bin mir ziemlich sicher, dass ich in den letzten Tagen nichts Schlechtes gegessen habe.

Zumindest habe ich einen schulfreien Tag mitten in der Woche, was unter anderem bedeutet, dass ich mein kostbares Wochenende nicht damit verbringe, im Bett herumzuliegen. Zwar ist mein „freier“ Tag nicht wirklich angenehmer, als ein normaler Schultag, aber wenigstens brauche ich nicht denken (, was ich ja ohnehin nie tue, ich weiß, ich weiß 😀 – so, jetzt, wo ich mich selbst verwurstet habe, brauch kein Anderer mehr Anstoß an meiner Aussage nehmen).

Was ich also so die ganze Zeit mache: Verzweifeln, weil mein Internet mal wieder nicht funzt; Oolong-Tee schlürfen; das Buch „The Golden Compass“ von Philip Pullman lesen und natürlich meinen Ipod missbrauchen 😛 …

Das war’s von mir, ich habe jetzt ein wenig Zeit totgeschlagen und mir ist nicht mehr ganz so langweilig. Ich geh wieder schlafen, gut’s Nächtle! 🙂

22
Okt
08

Autounfall und so – 09.10.08

Das haben jetzt möglicherweise noch nicht alle meine lieben Freunde und Bekannten erfahren, aber an diesem Donnerstag hatte ich meinen allerersten Autounfall in Taiwan. Krass oder!? Ach ja, keine Sorgen, bei mir ist alles tutti und ich bin absolut unverletzt und unbeeindruckt (war nicht mein erster Unfall und nach dem Letzten bin ich doch glatt zwei Wochen, von denen eine noch in den Herbstferien war, mit einer Halskrause herumlaufen müssen – dagegen ist der ein oder andere blaue Fleck an meinem Bein ein schäbiger Witz).

Hmm…wo wir gerade beim meinem vorletzten Autounfall sind, Schmerzensgeld habe ich immer noch nicht bekommen (so weit ich weiß – bin mir aber recht sicher, dass es nicht so ist), obwohl das eigentlich der Fall sein müsste, denn mein Papa (der wie ich finde, äußerst gekonnt Auto fährt) war nicht der Verursacher des besagten Zusammenstoßes. Das ist aber eine andere Geschichte, die ich wegen des „laufenden“ Verfahrens lieber nicht weiter ausführe…

Kommen wir zu den näheren Umständen vor dem Crash (schönes Wort :D): Es trug sich also zu, dass ich früher an diesem Abend von drei (hübschen) Lehrerinnen meiner Vocational High School (Schule für anderweitig Begabte – Künstler, Informatiker, Mechaniker etc.) eingeladen wurde, mit ihnen zum nächstgelegenen „Raohe St. Night Market“ zu gehen, um dort weitere Beispiele der taiwanischen Esskultur zu genießen.
Worüber wir auch tatsächlich nicht herausgekommen sind; soll heißen, wir haben zwar im Vorbeigehen hier und da einen Blick auf die Waren geworfen, sind aber straight zur nächsten Futterbude gelaufen, warum auch immer…nicht, dass das irgendwie schlimm gewesen wäre, ich esse gerne. 😉
Abschließend gab es dann noch ein Fotoshooting, wodurch unser gemeinsam verbrachter Abend mit samt den schönen Erinnerungen in ein digitales Gefängnis gezwungen wurde (welches, sobald ich wieder vernünftiges Internet mit meinem Laptop habe, an mich weitergereicht wird, damit ich es in den Blog stellen kann :D).

Nun war der Abend allerdings mehr oder weniger kurz, da mein Gastvater mich um 9 Uhr abends schon abholte, da er auf Grund eines für den nächsten Tag geplanten Angelausfluges früh schlafen gehen wollte. Bevor das jedoch möglich war mussten wir erst einmal ziemlich lange (zusammen mit meiner kleinen Gastschwester) auf meine Gastmutter warten, die gerade mit ihren Freundinnen Shoppen war.
Na ja, die Mutti war dann auch irgendwann eingesammelt und mit samt ihren Einkäufen im Auto verstaut, wobei man aus Gewohnheit vergaß, den Sicherheitsgurt anzulegen…soll also heißen: Nur mein Gastvater (vorne im Wagen) und ich (ganz hinten) benutzten den Sicherheitsgurt (er, weil er fuhr und ich, weil man das eben macht, wenn man intelligent genug ist); meine kleine Gastschwester wurde natürlich nicht angeschnallt, da sie ohne hin immer im Auto hin und her läuft und meine Gastmutter war schlicht und ergreifend einfach zu bequem…aber das nur so am Rande.

Wie lief der Unfall ab? Genau weiß ich das jetzt nicht, da ich als es krachte gerade mit meiner kleinen Gastschwester Chinesisch geübt habe (sie hat mich absolut nicht verstanden…glaub ich…egal, andere Geschichte) und irgendwie abgelenkt war.
Ich habe eigentlich gar nicht sofort geschnallt, dass da gerade ein anderer Wagen in den unseren gefahren war, da ich nur einen kurzen Ruck spürte. Den Bruchteil einer Sekunde später sah ich dann aber meine Schwester (nein, nicht du Marie-Lena) durch den Mittelgang segeln und hörte meine Gastmutter aufschreien, außerdem taten die Airbags ihren Job und es war auf einmal heiß, stickig und voller Rauch im Auto.
Reflexartig griff meine Gastmutter sich ihr Töchterchen und versuchte aus dem Auto zu klettern, was durch die automatischen Türen des ollen Toyotas nicht geraden erleichtert wurde. Ich habe mich danach dann auch zügig, aber dafür weniger panisch aus dem Auto „befreit“, da im Innern das Atmen doch irgendwie ein wenig unangenehm wurde.

Draußen angekommen, ging dann das große Geheule meiner Gastschwester los, während meine Mum versuchte, sie zu trösten (und ihr Nasenbluten zu stoppen) und mein Gastvater einfach mal telefonierenderweise den Verkehr regelte, als hätte er das schon tausendmal gemacht (dabei war der Unfall, wie er mir nachher erzählte, sein erster in dieser „Größenordnung“ – ob man es nun glauben will oder nicht).
Ganz kurz darauf kamen dann auch schon die Ambulanz und die Polizei, die dann ihren Beruf ausübten und alles Weitere erledigten (die Straße sperren bzw. aufräumen und die Fahrerin des anderen Unfallwagens abtransportieren). Auch von uns machten sie sich ein Bild, waren dann aber schnell davon überzeugt, dass alles in Ordnung ist und brausten wieder davon.
Schwuppdiwupp fing es dann auch noch an zu regnen und wir zogen uns zurück ins Auto (jetzt war ja alles sicher), um auf die Großeltern zu warten, die uns abholen sollten, was wegen des dichten Verkehrs, der Abends immer herrscht schon einigermaßen lange gedauert hat.

Kaum hatte sich meine Gastschwester beruhigt, kamen auch schon die Großeltern in ihrem dicken Audi angerauscht und das ganze Geheule ging von vorne los. So ganz nebenbei: Die alten Leutchen schienen mir nicht sonderlich geschockt oder beunruhigt, die Oma hat sich sogar beinahe einen Ast abgelacht, was ich wiederum ziemlich lustig, aber gleichzeitig auch komisch fand…blub…was auch immer.
Den beiden klarzumachen, dass ich in bester Ordnung bin, war allerdings ungleich schwieriger, da sowohl meine Chinesisch-Kenntnisse als auch die Englisch-Kenntnisse der Großeltern praktisch nicht vorhanden sind. Ich habe es dann aber doch geschafft, die Aufmerksamkeit von mir abzulenken und habe einfach schweigend im Auto gesessen bis wir endlich zu Hause waren, wo ich es kaum erwarten konnte, meinen Laptop anzuschalten, um jemandem zu erzählen, was gerade passiert war…

…Ich meine, ich habe immer irgendwie geahnt, dass so etwas passieren würde, dennoch war ich milde überrascht, als es dann „endlich“ geschah; der „Schock“ (so wirklich schockiert war ich gar nicht) darüber war allerdings und zum Glück ziemlich schnell verflogen.

So seltsam das Ganze auch war, immerhin habe ich jetzt eine (momentan noch) einzigartige und abenteuerliche Geschichte zu erzählen und werde dabei mit großen, ungläubig dreinschauenden Augen angestarrt.

22
Okt
08

Odysseus und der Strand – 05.10.08

Ich gebe ja zu, dass diese Geschichte schon wieder eine Woche her ist, aber was macht das schon? Was ist schon eine Woche? 😀

Es trug sich also eines schönen (Sonn-) Tages (nach einem schrecklich langweiligen Wochenende) zu, dass mein knackiger Italiener mich fragte, ob ich ihn nicht zu einem Strandausflug begleiten wolle. Gelangweilt wie ich war und so verlockend, wie sich das Wort „Strand“ anhörte, stimmte ich ohne große Umschweife zu, ihn in „Danshui“ (Stadtteil von Taipei) zu treffen.Der Weg dorthin war erst einmal schrecklich lang, beschwerlich und mächtig öde und dann war es auch noch schrecklich (?, nein wunderbar) heiß. Ich musste sowohl das Auto, Bus und Bahn nehmen und war Alles in Allem über eine Stunde unterwegs.
Irgendwie habe ich es dann aber doch geschafft, meinen lieben Kumpel wie verabredet zu treffen, wobei er ganz beiläufig und ganz unschuldig erwähnte, dass er keinen blassen Schimmer hätte, welchen Bus wir nehmen müssen, um zum Strand (dessen Namen wir natürlich auch nicht kannten) zu gelangen. Diese Tatsache allerdings wurde für den Anfang geflissentlich ignoriert, was zugegebenermaßen bei einem traditionellen taiwanischen Gericht ziemlich leicht viel.

 

Bevor wir es jedoch auch nur in die Nähe eines guten Restaurants geschafft hatten (welches wir schon vorher kannten), mussten wir uns jedoch Hand in Hand durch Heerscharen von Einheimischen und „Touristen“ kämpfen, um überhaupt einen Fuß an die Erde zu bekommen. So viele Leute, so wenig Platz…schrecklich.

Irgendwie, fragt mich nicht, haben wir uns dann aber doch eine gute Mahlzeit gönnen können (oha, das reimt sich…) und machten uns auf den beschwerlichen Weg zurück zur Bushaltestelle, die sich in der Nähe der Bahnstation befand. Dort angekommen, hatten wir unser kleines Problem a la Odysseus natürlich wieder deutlich vor Augen und obwohl mein italienischer Kumpel von allen Austauschschülern so ziemlich die größten Chinesisch-Kenntnisse hat, war es unheimlich schwierig, den Busfahrern eine zufrieden stellende Antwort abzuringen.
Das ganze wäre als totales Desaster geendet, wären wir nicht zufällig auf einen Kanadier getroffen, der schon seit acht Jahren in Taiwan lebt (und auch entsprechend gut Chinesisch spricht) und uns glücklicherweise aus der Patsche geholfen hat, indem er für uns übersetzte, wodurch wir es wie durch ein wunder geschafft haben, in den richtigen Bus einzusteigen.

Der „richtige Bus“ hieß wiederum, dass wir erneut eine gute Stunde unterwegs waren, bis wir endlich, endlich am Strand ankamen, den ich (wie sich bald herausstellte) schon kannte, weil ich gute zwei Wochen vorher schon einmal mit meiner Gastfamilie dort gewesen war.
Bevor es aber soweit war, stiegen hier und da noch einige Fahrgäste zu, u. A. auch eine Frau, die von vornherein nicht besonders gut (im Sinne von gesund) aussah. Dummerweise sollte sich meine Vermutung bestätigen, denn schon nach kurzer Zeit, fing die Frau an, sich zu übergeben – zwar tat sie dies in eine Plastiktüte, diese wiederum hatte jedoch Löcher, weshalb der ganze Schmodder letztendlich auf dem Fußboden den Busses landete, wo es einen unangenehmen Geruch verbreitete, der auch in mir leichte Übelkeit regte.
Kaum war der Bus zum Halten gekommen, hieß es dann so schnell wie möglich: „raus aus dem Bus, raus aus den Klamotten und ab ins Wasser!“ Ich sage euch, es war mehr als nur herrlich, die Sonne schien angenehm vom Himmel, wir hatten gute 30°C Lufttemperatur und das Wasser war auch geschätzte 20°C warm – vielleicht auch noch wärmer, keine Ahnung 😀 .

Wir verbrachten einigen Stunden mit Schwimmen, in der Sonne liegen, Quatschen, Witzeln und Toben, wobei wir von allen möglichen Asiaten hin und wieder ziemlich ungläubig angestarrt wurden, was wir irgendwann aber nicht mehr so recht wahrnahmen, weil wir es über den Spaß, den wir hatten, einfach vergaßen…

Zum krönenden Abschluss genossen wir dann noch zusammen mit einigen Surfern den herrlichen Sonnenuntergang, der von einer lauen Brise und dem entfernten Gesang von Möwen begleitet wurde.

Kaum war es dunkel, schnappten wir uns den nächst besten Gammel-Bus zurück zur „Danshui“ MRT-Station und um ehrlich zu sein, da konnten wir meiner Meinung nach nicht schnell genug ankommen, ich musste nämlich gaaaaaanz dringend mal für kleine Mädchen…
Es fing schon an, wirklich wehzutun, als der Bus endlich zum finalen Halt kam und ich machte mich ohne große Umschweife und ziemlich zügig auf zum nächsten Klo (wo ich dann erstmal noch warten musste, aber das führt jetzt zu weit).

Blablabla…bevor wir dann endgültig „nach Hause“ aufbrachen (und völlig erschöpft dort ankamen – natürlich jeder in sein eigens), gab es noch einen sündigen, aber dafür leckeren Snack bei Dunkin‘ Donuts 😀

Ich habe fertig…

17
Okt
08

Schulfrei und andere Katastrophen

Hmm…diese Woche (ja, dieser Artikel hier ist tatsaechlich aktuell, da ich gerade in meiner High School hocke und nichts weiter zu tun habe – soll heissen: ich wuerde jetzt echt gerne alle moeglichen Artikel hochladen, welche sich allerdings auf Grund meiner Gedankenlosigkeit nicht auf meinem USB Stick befinden) war eigentlich mal ziemlich entspannt, da ich zwar wie jeden Morgen zum Chinesich-Unterricht musste, aber dafuer bis auf Dienstag und Freitag (das waere dann wohl heute) nicht zum allnachmittaeglichen „Kunst“-Unterricht musste.

Das Leben kann ja hin-und wieder auch mal ganz schoen sein…wenn man davon absieht, dass mein Internetproblem, welches mich mittlerweile ziemlich verzweifeln laesst, immer noch weit davon entfernt ist, geloest zu werden. Und ich bin doch iregndwie sehr skeptisch (auch wenn ich dass vielleicht besser nicht waere), dass sich das irgendwie aendert, sobald ich am 1. Nov. in meine naechste Gastfamilie umziehe, die, wie ich instaendig (gottverdammte Tastatur XO ) hoffe, sowas wie WLAN oder zumindest LAN hat +auf die Knie fall und betend die Haende zum Himmel reck+.

Also eigentlich wollte ich euch ja unter die Nase reiben, dass ich waehrend meiner schulfreien Zeit (wahlweise allein oder mit Begleitung) zwecks Shoppings endlose Kilometer durch den (fuer so ziemlich alle jungen Leute) coolsten Einkaufsdistrik in ganz Taipei gelaufen bin und dabei hier und tatsaechlich Sachen gefunden habe, die mir passen – stell sich das mal eienr vor! 😀

Ganz by the way habe ich dann auch noch in einem der unzaehligen Kinos „Body of Lies“ mit Leo DiCaprio gesehen, den ich (vor allem Lulu) waermstens ans Herz legen kann. Mehr Informationen ueber den Film gibt es hier: http://google.com 😉

Dumdidum…jetzt ist die Schulstunde schon fast wieder rum (…und ich muss mal ganz noetig zum Klo…)

Heute Abend gehts dann mit Freunden ab zu den heissen Quellen, freu mich schon, endlich mal Ablenkung…immer nur Shoppen wird auch langsam bloed…naja…nur, weil ich langsam arm werde >D

Haunse rein! Und bitte habt Geduld mit mir (meinem Inet), ich werde bei der naechsten Gelegenheit, was wohl fruehestens in der folgenden Woche der Fall sein wird, den ein oder anderen Artikel hochladen.

Hab euch ganz dolle liepppp <333




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