22
Okt
08

Autounfall und so – 09.10.08

Das haben jetzt möglicherweise noch nicht alle meine lieben Freunde und Bekannten erfahren, aber an diesem Donnerstag hatte ich meinen allerersten Autounfall in Taiwan. Krass oder!? Ach ja, keine Sorgen, bei mir ist alles tutti und ich bin absolut unverletzt und unbeeindruckt (war nicht mein erster Unfall und nach dem Letzten bin ich doch glatt zwei Wochen, von denen eine noch in den Herbstferien war, mit einer Halskrause herumlaufen müssen – dagegen ist der ein oder andere blaue Fleck an meinem Bein ein schäbiger Witz).

Hmm…wo wir gerade beim meinem vorletzten Autounfall sind, Schmerzensgeld habe ich immer noch nicht bekommen (so weit ich weiß – bin mir aber recht sicher, dass es nicht so ist), obwohl das eigentlich der Fall sein müsste, denn mein Papa (der wie ich finde, äußerst gekonnt Auto fährt) war nicht der Verursacher des besagten Zusammenstoßes. Das ist aber eine andere Geschichte, die ich wegen des „laufenden“ Verfahrens lieber nicht weiter ausführe…

Kommen wir zu den näheren Umständen vor dem Crash (schönes Wort :D): Es trug sich also zu, dass ich früher an diesem Abend von drei (hübschen) Lehrerinnen meiner Vocational High School (Schule für anderweitig Begabte – Künstler, Informatiker, Mechaniker etc.) eingeladen wurde, mit ihnen zum nächstgelegenen „Raohe St. Night Market“ zu gehen, um dort weitere Beispiele der taiwanischen Esskultur zu genießen.
Worüber wir auch tatsächlich nicht herausgekommen sind; soll heißen, wir haben zwar im Vorbeigehen hier und da einen Blick auf die Waren geworfen, sind aber straight zur nächsten Futterbude gelaufen, warum auch immer…nicht, dass das irgendwie schlimm gewesen wäre, ich esse gerne. 😉
Abschließend gab es dann noch ein Fotoshooting, wodurch unser gemeinsam verbrachter Abend mit samt den schönen Erinnerungen in ein digitales Gefängnis gezwungen wurde (welches, sobald ich wieder vernünftiges Internet mit meinem Laptop habe, an mich weitergereicht wird, damit ich es in den Blog stellen kann :D).

Nun war der Abend allerdings mehr oder weniger kurz, da mein Gastvater mich um 9 Uhr abends schon abholte, da er auf Grund eines für den nächsten Tag geplanten Angelausfluges früh schlafen gehen wollte. Bevor das jedoch möglich war mussten wir erst einmal ziemlich lange (zusammen mit meiner kleinen Gastschwester) auf meine Gastmutter warten, die gerade mit ihren Freundinnen Shoppen war.
Na ja, die Mutti war dann auch irgendwann eingesammelt und mit samt ihren Einkäufen im Auto verstaut, wobei man aus Gewohnheit vergaß, den Sicherheitsgurt anzulegen…soll also heißen: Nur mein Gastvater (vorne im Wagen) und ich (ganz hinten) benutzten den Sicherheitsgurt (er, weil er fuhr und ich, weil man das eben macht, wenn man intelligent genug ist); meine kleine Gastschwester wurde natürlich nicht angeschnallt, da sie ohne hin immer im Auto hin und her läuft und meine Gastmutter war schlicht und ergreifend einfach zu bequem…aber das nur so am Rande.

Wie lief der Unfall ab? Genau weiß ich das jetzt nicht, da ich als es krachte gerade mit meiner kleinen Gastschwester Chinesisch geübt habe (sie hat mich absolut nicht verstanden…glaub ich…egal, andere Geschichte) und irgendwie abgelenkt war.
Ich habe eigentlich gar nicht sofort geschnallt, dass da gerade ein anderer Wagen in den unseren gefahren war, da ich nur einen kurzen Ruck spürte. Den Bruchteil einer Sekunde später sah ich dann aber meine Schwester (nein, nicht du Marie-Lena) durch den Mittelgang segeln und hörte meine Gastmutter aufschreien, außerdem taten die Airbags ihren Job und es war auf einmal heiß, stickig und voller Rauch im Auto.
Reflexartig griff meine Gastmutter sich ihr Töchterchen und versuchte aus dem Auto zu klettern, was durch die automatischen Türen des ollen Toyotas nicht geraden erleichtert wurde. Ich habe mich danach dann auch zügig, aber dafür weniger panisch aus dem Auto „befreit“, da im Innern das Atmen doch irgendwie ein wenig unangenehm wurde.

Draußen angekommen, ging dann das große Geheule meiner Gastschwester los, während meine Mum versuchte, sie zu trösten (und ihr Nasenbluten zu stoppen) und mein Gastvater einfach mal telefonierenderweise den Verkehr regelte, als hätte er das schon tausendmal gemacht (dabei war der Unfall, wie er mir nachher erzählte, sein erster in dieser „Größenordnung“ – ob man es nun glauben will oder nicht).
Ganz kurz darauf kamen dann auch schon die Ambulanz und die Polizei, die dann ihren Beruf ausübten und alles Weitere erledigten (die Straße sperren bzw. aufräumen und die Fahrerin des anderen Unfallwagens abtransportieren). Auch von uns machten sie sich ein Bild, waren dann aber schnell davon überzeugt, dass alles in Ordnung ist und brausten wieder davon.
Schwuppdiwupp fing es dann auch noch an zu regnen und wir zogen uns zurück ins Auto (jetzt war ja alles sicher), um auf die Großeltern zu warten, die uns abholen sollten, was wegen des dichten Verkehrs, der Abends immer herrscht schon einigermaßen lange gedauert hat.

Kaum hatte sich meine Gastschwester beruhigt, kamen auch schon die Großeltern in ihrem dicken Audi angerauscht und das ganze Geheule ging von vorne los. So ganz nebenbei: Die alten Leutchen schienen mir nicht sonderlich geschockt oder beunruhigt, die Oma hat sich sogar beinahe einen Ast abgelacht, was ich wiederum ziemlich lustig, aber gleichzeitig auch komisch fand…blub…was auch immer.
Den beiden klarzumachen, dass ich in bester Ordnung bin, war allerdings ungleich schwieriger, da sowohl meine Chinesisch-Kenntnisse als auch die Englisch-Kenntnisse der Großeltern praktisch nicht vorhanden sind. Ich habe es dann aber doch geschafft, die Aufmerksamkeit von mir abzulenken und habe einfach schweigend im Auto gesessen bis wir endlich zu Hause waren, wo ich es kaum erwarten konnte, meinen Laptop anzuschalten, um jemandem zu erzählen, was gerade passiert war…

…Ich meine, ich habe immer irgendwie geahnt, dass so etwas passieren würde, dennoch war ich milde überrascht, als es dann „endlich“ geschah; der „Schock“ (so wirklich schockiert war ich gar nicht) darüber war allerdings und zum Glück ziemlich schnell verflogen.

So seltsam das Ganze auch war, immerhin habe ich jetzt eine (momentan noch) einzigartige und abenteuerliche Geschichte zu erzählen und werde dabei mit großen, ungläubig dreinschauenden Augen angestarrt.

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