22
Okt
08

Odysseus und der Strand – 05.10.08

Ich gebe ja zu, dass diese Geschichte schon wieder eine Woche her ist, aber was macht das schon? Was ist schon eine Woche? 😀

Es trug sich also eines schönen (Sonn-) Tages (nach einem schrecklich langweiligen Wochenende) zu, dass mein knackiger Italiener mich fragte, ob ich ihn nicht zu einem Strandausflug begleiten wolle. Gelangweilt wie ich war und so verlockend, wie sich das Wort „Strand“ anhörte, stimmte ich ohne große Umschweife zu, ihn in „Danshui“ (Stadtteil von Taipei) zu treffen.Der Weg dorthin war erst einmal schrecklich lang, beschwerlich und mächtig öde und dann war es auch noch schrecklich (?, nein wunderbar) heiß. Ich musste sowohl das Auto, Bus und Bahn nehmen und war Alles in Allem über eine Stunde unterwegs.
Irgendwie habe ich es dann aber doch geschafft, meinen lieben Kumpel wie verabredet zu treffen, wobei er ganz beiläufig und ganz unschuldig erwähnte, dass er keinen blassen Schimmer hätte, welchen Bus wir nehmen müssen, um zum Strand (dessen Namen wir natürlich auch nicht kannten) zu gelangen. Diese Tatsache allerdings wurde für den Anfang geflissentlich ignoriert, was zugegebenermaßen bei einem traditionellen taiwanischen Gericht ziemlich leicht viel.

 

Bevor wir es jedoch auch nur in die Nähe eines guten Restaurants geschafft hatten (welches wir schon vorher kannten), mussten wir uns jedoch Hand in Hand durch Heerscharen von Einheimischen und „Touristen“ kämpfen, um überhaupt einen Fuß an die Erde zu bekommen. So viele Leute, so wenig Platz…schrecklich.

Irgendwie, fragt mich nicht, haben wir uns dann aber doch eine gute Mahlzeit gönnen können (oha, das reimt sich…) und machten uns auf den beschwerlichen Weg zurück zur Bushaltestelle, die sich in der Nähe der Bahnstation befand. Dort angekommen, hatten wir unser kleines Problem a la Odysseus natürlich wieder deutlich vor Augen und obwohl mein italienischer Kumpel von allen Austauschschülern so ziemlich die größten Chinesisch-Kenntnisse hat, war es unheimlich schwierig, den Busfahrern eine zufrieden stellende Antwort abzuringen.
Das ganze wäre als totales Desaster geendet, wären wir nicht zufällig auf einen Kanadier getroffen, der schon seit acht Jahren in Taiwan lebt (und auch entsprechend gut Chinesisch spricht) und uns glücklicherweise aus der Patsche geholfen hat, indem er für uns übersetzte, wodurch wir es wie durch ein wunder geschafft haben, in den richtigen Bus einzusteigen.

Der „richtige Bus“ hieß wiederum, dass wir erneut eine gute Stunde unterwegs waren, bis wir endlich, endlich am Strand ankamen, den ich (wie sich bald herausstellte) schon kannte, weil ich gute zwei Wochen vorher schon einmal mit meiner Gastfamilie dort gewesen war.
Bevor es aber soweit war, stiegen hier und da noch einige Fahrgäste zu, u. A. auch eine Frau, die von vornherein nicht besonders gut (im Sinne von gesund) aussah. Dummerweise sollte sich meine Vermutung bestätigen, denn schon nach kurzer Zeit, fing die Frau an, sich zu übergeben – zwar tat sie dies in eine Plastiktüte, diese wiederum hatte jedoch Löcher, weshalb der ganze Schmodder letztendlich auf dem Fußboden den Busses landete, wo es einen unangenehmen Geruch verbreitete, der auch in mir leichte Übelkeit regte.
Kaum war der Bus zum Halten gekommen, hieß es dann so schnell wie möglich: „raus aus dem Bus, raus aus den Klamotten und ab ins Wasser!“ Ich sage euch, es war mehr als nur herrlich, die Sonne schien angenehm vom Himmel, wir hatten gute 30°C Lufttemperatur und das Wasser war auch geschätzte 20°C warm – vielleicht auch noch wärmer, keine Ahnung 😀 .

Wir verbrachten einigen Stunden mit Schwimmen, in der Sonne liegen, Quatschen, Witzeln und Toben, wobei wir von allen möglichen Asiaten hin und wieder ziemlich ungläubig angestarrt wurden, was wir irgendwann aber nicht mehr so recht wahrnahmen, weil wir es über den Spaß, den wir hatten, einfach vergaßen…

Zum krönenden Abschluss genossen wir dann noch zusammen mit einigen Surfern den herrlichen Sonnenuntergang, der von einer lauen Brise und dem entfernten Gesang von Möwen begleitet wurde.

Kaum war es dunkel, schnappten wir uns den nächst besten Gammel-Bus zurück zur „Danshui“ MRT-Station und um ehrlich zu sein, da konnten wir meiner Meinung nach nicht schnell genug ankommen, ich musste nämlich gaaaaaanz dringend mal für kleine Mädchen…
Es fing schon an, wirklich wehzutun, als der Bus endlich zum finalen Halt kam und ich machte mich ohne große Umschweife und ziemlich zügig auf zum nächsten Klo (wo ich dann erstmal noch warten musste, aber das führt jetzt zu weit).

Blablabla…bevor wir dann endgültig „nach Hause“ aufbrachen (und völlig erschöpft dort ankamen – natürlich jeder in sein eigens), gab es noch einen sündigen, aber dafür leckeren Snack bei Dunkin‘ Donuts 😀

Ich habe fertig…

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4 Responses to “Odysseus und der Strand – 05.10.08”


  1. 22. Oktober 2008 um 15:02

    gott oh gott!!!! du wirst ja noch zur romantikerin!!! 😀 😀 *angst bekomm*

  2. 2 clara
    23. Oktober 2008 um 17:12

    Ja, du hasts geschafft.
    Wir haben zwar heute ausnahmsweise „goldenen Oktober“, ich bin aba trotzdem neidisch!!

  3. 3 Lars
    23. Oktober 2008 um 20:23

    ich muss lulu da voll zustimmen 😀

  4. 26. Oktober 2008 um 22:03

    WIE?!?! LARS UND ICH EINER MEINUNG?!?? jetzt bekomm ich erst recht angst!! 😉 hdl ❤


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