Archiv für November 2008

23
Nov
08

Close to the Sky – 17.11.08

Es ist immer noch so ziemlich derselbe Tag, nur dass ich mich (abgesehen von leichten Kopfschmerzen) augenscheinlich schon wieder ein wenig von meiner Schreibblockade erholt haben tu – zumindest handschriftlich. Das ist ja schon einmal ein Anfang, oder doch? 😀

Gerade habe ich ein kurzes Nickerchen gehalten, um doch noch ein wenig Ruhe zu tanken. Außerdem habe ich mir ein paar Cornflakes, eine Aspirin und ein mini Twix „rein gehauen“ – die Cornflakes und das Twix, um meinen Blutzuckerspiegel wieder auf Vordermann zu bringen; das Aspirin gegen Kopfschmerzen (ja, das hätte jetzt sicherlich keiner geahnt).

Zudem bin ich (vor meinen Schläfchen) noch auf das Dach des 9-stöckigen Mehrfamilienhauses, in dem ich jetzt wohne, „geklettert“ (erst mit dem Aufzug in den 9. Stock und dann die Treppe bis es nicht mehr weiter ging). Dort habe ich dann die die frische Luft, den lauen Wind, die Aussicht und ein bisschen Frieden genossen.
Man könnte sich jetzt fragen, warum ich dafür aufs Dach steige und nicht etwa in den anliegenden Park gehe. Die Antwort ist entsprechend einfacher: Vor nicht allzu langer Zeit (um genau zu sein letzte Woche, wann auch sonst? :D) hat mir mein Gastvater das Dach als „Geheimtipp“ empfohlen, da man dort ziemlich einsam seine Zeit verbringen kann – und das sogar im Sommer (bei über 30°C), allerdings nur mit einem Liegestuhl und einem Six-Pack Bier.
In meinem Fall habe ich das Bier und den Stuhl allerdings weggelassen, weil ich das Bier erst noch hätte kaufen müssen und dann auch noch (samt Stuhl) zum Aufzug und die Treppen hoch tragen müssen, dafür war ich aber eindeutig zu Faul, außerdem ist es nicht einmal mehr Sommer. Obwohl, wenn ich es mir recht überlege, sind die 21°C hier doch schon recht nah an deutschen Sommertemperaturen dran sind.
Eventuell hole ich das aber noch nach, da bin ich mir noch nicht ganz sicher. Man wird es ja sehen…

Mittlerweile fühle ich mich schon wieder ganz munter und voller Tatendrang (zwar nicht übermäßig, aber immerhin). Was will man mehr? 😀
*euch lieben tu*

23
Nov
08

Ausgebrannt – 17.11.08

Ihr werdet sicherlich bemerkt haben, dass in letzter Zeit kaum noch frische Artikel im Blog erschienen sind bzw. erscheinen.
Momentan hat das eigentlich nur einen Grund: Ich fühle mich ein wenig ausgebrannt und jedes Mal, wenn ich einen Eintrag schreiben möchte, starre ich nur minutenlang auf meinen leeren Bildschirm, ohne dass ich einen kompletten (sinnigen) Satz zusammenbekomme.

Dabei würde ich wirklich so unheimlich gerne unheimlich viel schreiben, doch im Moment leide ich wohl unter einer leichten Schreibblockade, von der ich nicht weiß, wann oder wie ich sie wieder loswerde.
Ich bin ja nur froh darüber, dass diese Blockade nicht absolut ist. Wie man an dieser Stelle unschwer erkennen kann, bringe ich ja doch etwas zum virtuellen Papier (auch, wenn ich die Rohfassung ausnahmsweise per Hand geschrieben habe).

Gründe für meine kreative Unzulänglichkeit fallen mir allerdings nicht so recht ein, da ist nur der „Stress“, unter dem meine Kollegen und ich hier leiden, da wir nur selten dazu kommen, uns völlig auszuruhen (nicht einmal am Wochenende – bei Gelegenheit kann ich darüber hoffentlich mehr schreiben).
Obwohl…ich muss zu geben, dass ich das nicht hundertprozentig als Stress empfinde, es ist irgendwie noch etwas anderes, was ich aber nicht in Worte fassen kann.

Ich tue mich aber tatsächlich zunehmend schwerer, überhaupt den Versuch zu machen, meine Erlebnisse niederzuschreiben, da ich meine wenige freie bzw. friedliche Zeit (ohne meine Gastgeschwister um mich herum) benötige, um am Ende des Tages „runter zu kommen“, einfach nur um ein kleines Bisschen Frieden zu finden – und wenn es auch nur für eine halbe Stunde ist.
Sobald ich jedoch früh abends (zwischen 5 und 6Uhr – je nach dem, wann meine Schule aus ist) nach Hause komme, fühle ich mich, als hätte ich gerade einen Marathon hinter mir, der mir sämtliche Energie genommen hat und müsste erst einmal ordentlich Luftholen, um meinen Körper und Geist ruhen zu lassen. Dafür habe ich allerdings (wie oben angedeutet) kaum Zeit, da ich z.B. so schnell wie möglich meine Hausaufgaben erledigt haben will, da ich mich nur noch schlecht konzentrieren kann, sobald die Kinderschar meiner Gastfamilie nach Hause kommt.
So gerne ich auch in meiner neuen Familie lebe, manchmal ist der (hektische, laute) Familienalltag um mich herum einfach zu viel und ich möchte ich an einen stillen, einsamen Ort zurückziehen, wo mich keiner stört. Möglich ist das allerdings nicht wirklich, da ich meinen Gastgeschwistern (7 und 10 Jahre alt) nicht „entfliehen“ kann.
[Wie z.B. jetzt gerade, wo mein Gastbruder hinter mir steht und mir in den Nacken atmet, während ich versuche zu schreiben.]

Auch die Tatsache, dass ich jeden Abend normalerweise recht früh ins Bett gehe, ändert nichts daran, dass ich mich trotzdem wenig euphorisch sondern eher leicht behäbig fühle.

Das ganze macht mich insgesamt ein kleines bisschen unglücklich, obwohl ich über meine Gesamtsituation nicht klagen kann, seit ich umgezogen bin geht es mir im Großen und Ganzen hervorragend (bis eben auf das, was ich gerade beschrieben habe).

Hmm…jetzt, wo ich das den kompletten Text noch ein Mal durchgelesen habe, hört sich das irgendwie alles total schrecklich an, aber da kann ich euch beruhigen, es ist wirklich nicht so übel, wie es sich anhört – an manchen Tagen mehr, an machen weniger, an den meisten gar nicht.

In diesem Sinne…gehabt euch wohl 😀

 

09
Nov
08

Ratte – 07.11.08

Also man könnte ja meinen, ich hätte wieder irgendetwas angestellt, das mir immer solche seltsamen Sachen passieren, dabei bin ich ein absoluter Unschuldsengel. Ich meine, ich kann doch keiner Fliege etwas zu leide tun.

Ähh…okay. Ich übertreibe schon wieder maßlos. Eigentlich ist gar nichts großartiges passiert.

Bis gerade eben befand ich mich noch auf meinem Heimweg, der mich auch außerhalb der Taipei Main Station vorbei führte, wo ich nichts ahnend und gedankenversunken meiner Musik lauschte, als ich plötzlich im Augenwinkel eine Bewegung wahrnahm.
Es war eine Ratte oder zumindest eine ziemlich große, um nicht zu sagen riesige Maus, die nur wenige Meter vor mir über den Weg huschte und dann an einem, aus dekorativen Zwecken angepflanzten Bäumchen halt machte und so aussah, als würde sie eigentlich gerne wieder dorthin zurücklaufen, woher sie gekommen war. Dies war ihr aber nicht möglich, da ich mehr oder weniger im Wege stand bzw. ging, was die Ratte oder Maus (?) dazu brachte, sich verzweifelt in das „Buschwerk“ (Gräser, Gestrüpp, Blumen) zurückzuziehen, dass man um den Baum herum gepflanzt hatte.

Die Geschichte ist weder aufregend noch lustig, da ich mich weder vor Ratten fürchte, noch sie ekelig finde, aber trotzdem wollte ich es mal loswerden, schließlich kommt so was nicht alle Tage vor (auch wenn das hier jetzt nicht das erste Mal gewesen ist, das ich eine Ratte gesehen habe).

09
Nov
08

Bahn fahr’n – 08.11.08

So oft, wie mir das jetzt schon in den Sinn gekommen ist, muss ich einfach mal einen Artikel darüber schreiben. Und zwar darüber, wie genial das Metro-System in Taipei eigentlich ist. Ich würde sogar soweit gehen und behaupten, dass eines der besten überhaupt ist – oder zumindest tausendmal besser, als die DeutscheBahn.

Das war allerdings nicht immer so, die Bauarbeiten an dem neuen System wurden erst vor gut zwei Jahren endgültig fertig gestellt und ich habe mir sagen lassen, dass die Zustände vorher mehr oder weniger katastrophal und wenig effektiv waren.
Das alles hat sich mittlerweile ins absolute Gegenteil verändert, die Effektivität, mit der Leute ohne Komplikationen und in rasendem Tempo befördert werden ist unglaublich. Und sogar dumme Ausländer können sich sehr schnell relativ einfach zurecht finden, da SÄMTLICHE und ich meine wirklich ALLE Schilder (sogar die auf den Klos – ja, es gibt z.B. in jeder Kabine Schilder, die einen daran erinnern, auch schön die Spülung zu betätigen) sowohl in Chinesisch als auch Englisch verfasst sind (und manchmal mit kleinen Bildchen darauf)!

Aber wie läuft das eigentlich ab, wenn man die U-Bahn nehmen will? Zu aller erst braucht man natürlich ein Ticket, worauf ich aber jetzt nicht weiter eingehen will, da ich mir eigentlich nie Bahntickets kaufe. Ich benutzte nämlich, wie jeder, der regelmäßig den MRT benutzt die so genannte „Easy Card“, die es in verschiedenen Farben und Ausführungen und besonderen Tarifen für Kinder bis Rentner gibt (ich z.B. habe eine Studenten-Karte). Diese Karten muss man dann in regelmäßigen Abständen mit Geld aufladen, da sie als Zahlungsart /-mittel für die Benutzung des MRT-Systems fungieren.
Will man jetzt in das eigentliche System eintreten, braucht man nur seine Karte vor den Sensor der Eingangsschranken halten und kann nach nur wenigen Sekundenbruchteilen hindurch treten (sofern ein gewisser Restbetrag auf der Karte vorhanden ist). Dann steigt man in einen de nächsten Züge, die z.B. zu den Stoßzeiten an Wochentagen im Minutentakt abfahren, wodurch ein zu großes Gedrängel auf den Bahnsteigen verhindert wird, auch wenn es dennoch meistens ziemlich voll ist (ich könnte mir gut vorstellen, dass so ziemlich die Hälfte der Bevölkerung Taipeis jeden Tag sowohl mit Bahnen als auch Bussen von A nach B transportiert wird).
Ist man jetzt an seinem Bestimmungsort angekommen, was man durch die mehrsprachigen (Chinesisch, Taiwanisch, Japanisch, Englisch? – irgendwie so was, bei den ganzen asiatischen Sprachen bin ich mir im Endeffekt nicht hundertprozentig sicher) Anzeigen und Ansagen im Zug selbst mitgeteilt bekommt, steigt man ganz einfach aus und begibt sich zum gewünschten Ausgang (,wenn ich z.B. zu meiner Schule will, nehmen ich an der „Houshanpi“-Station immer Exit 2, weil der am nächsten dran ist) und hält seine Easy-Card ein weiteres Mal über den Sensor, wobei dann letztendlich die Fahrtkosten abgebucht werden.

Dank des ausgeklügelten Metro-Systems kann man sich also ziemlich schnell und ziemlich angenehm, dabei auch noch recht kostengünstig durch Taipei bewegen…welch eine Freude! 😀

09
Nov
08

Tu ma Kaffeepause – 05.11.08

An dem ganzen Drum-und-Dran von wegen „Midterm Examination“ war zumindest etwas Angenehmes: Für mich und die meisten anderen war es schon um kurz nach 10Uhr morgens gelaufen und wir hatten außergewöhnlich viel Zeit, beim Mittagessen (bzw. bei der Uhrzeit eher beim zweiten Frühstück) zusammen zu sitzen und zu quatschen etc. Was man eben so macht, wenn man zu viel Zeit zur Verfügung hat.

Nachdem es dann doch langsam zu langweilig wurde und es außerdem auf 12Uhr zuging, machte ich mich (wie fast jeden Tag) zusammen mit meinem belgischen Kumpel Renaat auf zur MRT Station, um uns dann allerdings auf getrennte Wege zu unseren Schulen zu machen.
Kaum trat ich jedoch in der Nähe meiner Schule aus dem Untergrund wieder in den Sonnenschein, bemerkte ich, dass etwas nicht stimmte: Heerscharen meiner Schulkameraden waren in Cheerleader Outfits gekleidet und kamen mir entgegen gelaufen, da ich zur Schule hinwollte und genau in entgegengesetzter Richtung unterwegs waren. Man war das blöd…ich werde ja ohnehin schon immer angeglotzt (ja, auch wenn ich schon seit gut drei Monaten auf die Schule gehe und man sich eigentlich schon an meinen Anblick gewöhnt haben sollte), aber da mir alle entgegen kamen, konnte man mich überhaupt nicht übersehen und ich musste erstmal alle zwei Meter irgendwem zuwinken.

Das alles wäre ja jetzt eigentlich nur halb so schlimm gewesen, wenn ich nicht auch meine (mittwochs-) Klassenkameraden für meinen eigentlich anstehenden Malerei-Unterricht unter den Cheerleadern entdeckt hätte. Da ich von dieser ganzen Aktion nichts wusste (meine Lehrerin hat verpennt, mich aufzuklären…) war ich entsprechend überrascht über schockiert bis ratlos.
Dazu kam dann auch noch, dass meine Lehrerin irgendwie nicht auffindbar war, was für mich hieß, dass ich absolut planlos in meinen „normalen“ Klassenraum mit meinen (montags-, dienstags- und freitags-) Mitschülern einkehrte und meinen üblichen Sitz hinten rechts am Fenster in der letzten Reihe einnahm, wo ich mich dann schon einmal damit abfand, dass mir ein langer und extrem langweiliger Tag bevorstehen würde.

Einige Minuten später versuchte ich dann erneut, meine Lehrerin ausfindig zu machen, was dann doch zu gut geklappt hat, da ich sie fast über den Haufen gerannt hätte, weil wir uns beide gleichzeitig durch die Tür des „Teacher’s Office“ drängeln wollten. Na ja, immerhin habe ich sie gefunden…(Aber mal ganz im Vertrauen, die meisten Asiatinnen sind so schmächtig gebaut, das die nicht einmal für mich ein ernstzunehmendes Hindernis darstellen.)
Als meine herzallerliebste Lehrerin dann (gezwungenermaßen) feststellte, dass ich auch schon da war, wurden ihre Augen (die ohnehin schon nicht klein sind) auf einmal ganz, ganz groß, während ich fragend meine rechte Augenbraue hochzog und sie schmollend anglotzte (natürlich war das alles mehr oder weniger nur gespielt, um ihr schlechtes Gewissen ein wenig anzuregen, damit sie mich nicht wieder vergisst).
Es hat sogar ziemlich gut geklappt, denn sie fing sofort an, mich um Verzeihung „anzubetteln“ (ich kann schon ziemlich einschüchternd wirken im Gegensatz zu meiner 27-jährigen und extrem zierlichen Klassenlehrerin mit dem übergroßen Kopf – vor allem, weil ich ziemlich genau so „groß“ bin wie sie, dabei aber noch bedeutend schwerer gebaut und viel kräftiger XD *lach*), was mir aber eigentlich egal war, da ich keinerweise wütend oder dergleichen gewesen bin, ich hab es mehr oder weniger mit Humor genommen, da es sich ohnehin nicht mehr wirklich ändern ließ – was soll ich mich also unnötig aufregen. Und als sie nach zwei Minuten immer noch nicht aufhören wollte, sich zu entschuldigen, meinte ich nur (freundlich lächelnd) „Cut it out! I’m fine“  und bin einfach gegangen, während sie ziemlich baff da stand. So macht man das 😀 *zwinker*

Kaum war ich dann wieder im Klassenraum, wo ich es mir schon für ein (laaaanges) Nickerchen bequem machen wollte, kam meine Lehrerin auch schon wieder rein und rief mich zu sich. „Uups“, kam es mir in den Sinn, wobei ich allerdings ziemlich sicher war, dass ich nichts Böses angestellt hatte. Aber darum ging es dann letztendlich auch gar nicht, sondern viel mehr darum, ob ich nicht Lust hätte, mit ihrer Kollegin (englischer Name Anthony – warum auch immer – 27 Jahre alt, ziemlich aufgedreht, ziemlich sympathisch) eine Kaffeepause zu machen. Völlig begeistert darüber, dass mein Tag doch nicht ganz im Arsch war, nahm ich die überaus freundliche Einladung dankend an und machte mich so gleich auf den Weg, meinen Rucksack aus dem Klassenraum zu holen.

Kurz darauf sollte es dann auch schon losgehen, aber nicht bevor noch von irgendeinem Regal ein verstaubter Schutzhelm für mich gezaubert wurde, der unerlässlich ist, wenn man auf einem Motorroller mitgenommen wird. Ich muss ehrlich zugeben, dass mir das Herz für den Bruchteil einer Sekunde in die Hose rutschte, als die Lehrerin ankündigte, dass wir ihren Roller benutzen würden, was sich dann aber schnell in Gegenteil – nämlich Freudensprünge – umwandelte, da ich schon seit geraumer Zeit mal wieder auf einem Roller mitgenommen werden wollte.
Zwar war mir der Schutzhelm letztendlich viel zu groß und der Roller meiner Lehrerin für meinen Geschmack etwas zu rostig, das war mir aber ziemlich schnell ziemlich egal, denn es ist ein unheimlich geniales und irgendwie beflügelndes Gefühl, mit einem Roller durch Taipeis Straßen zu düsen – vorbei an Autos und zwischen Bussen hindurch, im ständigen Zickzack, um nicht um- oder angefahren zu werden.
Und die Aussicht! Vom Motorroller aus hat man einfach die beste Perspektive, die man allerdings nur genießen kann, wenn man nicht selber fährt – das könnte fatale Folgen haben, denn wenn man einen Augenblick nicht aufpasst, ist es vielleicht schon zu spät und man klebt am Heck des nächsten Busses.

Wir fuhren gut eine halbe Stunde, vielleicht auch ein wenig länger, vorbei an Geschäften und Kaffees in allen möglichen Formen, Farben und mit den verschiedensten Zwecken, während wir eine ausgelassen Konversation sowohl in Englisch als auch Chinesisch führten, bis wir dann an einem ganz besonderen Laden anhielten. Also so besonders war es jetzt doch nicht, denn es handelte sich bei dem Geschäft um eine kleine, aber ordinäre Tierhandlung, die mir Anthony (die Lehrerin) unbedingt zeigen wollte, da sie, wie sie mir verriet, von Zeit zu Zeit immer mal wieder in diesen Laden hereinschaute. Das einzig Besondere darin, war jedoch „nur“ eine „Hauskatze“, die sich, wie es schien, von jedem streicheln lies, auch wenn es sie im Endeffekt gar nicht weiter interessierte, da sie einfach damit weiter machte, sich das Fell zu putzen.

Keine zwei Minuten brachten wir in dem Laden zu, bevor wir dann auch schon wieder die Straßen unsicher machten und zum „Büro“ eines guten Designer-Kumpels meiner Lehrerin fuhren, wo ich mich erst einmal von dem schrecklichen Oberteil meiner Schuluniform befreite und gegen ein T-Shirt eintauschte.
„Was designed der Kumpel denn so?“, mag sich der ein oder andere jetzt Fragen…Ja, genau weiß ich das um ehrlich zu sein nicht, aber ich weiß, dass er mit seinen Kollegen unter anderem Grafiken für Motorradhelme entwirft und diese in einem eigenen Laden vertreibt.

Blub…mit diesem guten Freund, dessen Namen ich vergessen hatte, machten wir uns dann (im Auto) auf den Weg zum einem Coffee-Shop, wo der Freund des Kumpel der Lehrerin arbeitet und wo es angeblich auch noch verdammt guten Kaffee geben sollte, wer hätte das von einem Coffee-Shop erwartet?
Da der Shop aber erst um drei Uhr nachmittags öffnen sollte, wir allerdings schon gegen kurz nach zwei da waren, mussten wir noch ein wenig Zeit totschlagen. Meine Lehrerin und ich taten dies, indem wir, während wir ohne Unterlass mit einander redeten,  einen ausgelassenen Spaziergang im nahe gelegenen Park genossen – auch wenn das ganze bei um die 30°C und strahlendem Sonnenschein eine durchaus schweißtreibende Angelegenheit war.

Pünktlich um drei Uhr kamen wir dann endlich dazu, unsere Kaffeepause zu machen, die wir alle wirklich verdient hatten (oder zumindest ich, schließlich hatte ich ja „gerade“ eine unheimlich wichtige Prüfung hinter mir). Und ich sage euch eins, der Kaffee Latte war zum Dahinschmelzen lecker, wirklich wahr! Ich hätte glatt noch einen vertragen können 😀 (aber seit ich gelesen habe, dass schon drei Tassen Kaffee am Tag die Oberweite schrumpfen lassen können, bin ich da doch lieber vorsichtig XD). Außerdem mussten wir so langsam auch mal wieder zurück zur Schule….warum eigentlich?

Zurück zur „Hsieh He“ Leeranstalt fuhren wir dann natürlich auch wieder mit dem Roller und dieses Mal direkt am Taipei 101 (in Pinyin-Chinesisch „yi ling yi) vorbei, wo ich erst einmal staunend in den Himmel schaute und versuchte, die Spitze des Turmes zu erspähen, was mir allerdings nicht gelungen ist.
Kurze Zeit später parkten wir auch schon wieder vor der Schule und ich musste mit einem schiefen Lächeln auf den Lippen meine Uniform wieder überwerfen, wobei mir Anthony freundlicherweise zur Hand ging – diese blöden Uniformoberteile können ja so wiederspennstig (ich hab keine Ahnung, ob man das so schreibt und in diesem Fall ist mir Word auch keine große Hilfe) sein. Nebenbei bemerkte meine Lehrerin dann noch, sehr zu meiner Befriedigung, dass ich gut rieche und hat es mir auch prompt gesagt (wie sonst hätte ich es auch erfahren sollen?). Ich dachte nur so „Rexona sei Dank“ und habe das Kompliment (war doch wohl eins oder?) dankend angenommen, was hätte ich auch sonst machen sollen? *lach*

Scheiße, schon bei Seite vier angekommen und ich bin immer noch nicht fertig 😛

Normalerweise hätte ich nach dieser ganzen Aktion immer noch eine Stunde Unterricht gehabt bzw. auf jeden Fall in der Schule bleiben müsse, da mein Stundenplan aber ohnehin schon völlig aus dem Ruder gelaufen war, meinte meine Klassenlehrerin (nicht Anthony sonder in diesem Fall „Green“ – ja, ja, ich weiß, wie kommen die nur immer auf solche Namen?), ich könnte einfach im Lehrerzimmer bleiben, was ich dann auch gemacht habe – so konnte ich mich wenigstens nebenbei noch recht nett unterhalten…

Alles in allem hatte ich also (mal ganz abgesehen von der langweiligen Prüfung) einen ausgesprochen netten Tag…

09
Nov
08

The big day – 05. + 06.11.08

Heute war ein ganz besonders wichtiger Tag bzw. Morgen, es fanden nämlich die „midterm exams“ statt, die versprachen, eine ziemlich große Sache zu werden (, auch wenn das im Endeffekt nicht so ganz der Fall war – aber ich nehme zu viel vorweg…).

Jo, wo fange ich denn mal an? Am besten am Anfang….der Morgen lief eigentlich genauso ab, wie an jedem Tag (außer an Wochenenden und Feiertagen): 6.30Uhr,der Wecker (bzw. mein Handy) klingelt zum ersten Mal; 6.35,Uhr der Wecker klingelt zum zweiten Mal; 6.40Uhr, der Wecker klingelt zum dritten und letzten Mal, ich hieve mich aus dem Bett und schlurfe unter die Dusche. 7.00Uhr, ich bin frisch gewaschen und angezogen, außerdem hat sich mein Frühstück wie durch Zauberhand in meinem Zimmer eingefunden; 7.00-7.30Uhr, ich mache alles Mögliche von essen über Zähne putzen bis Haare stylen. 7.33Uhr, ich trete aus dem Aufzug, mein „Taxi“ wartet schon auf mich und ich werde zur Bushaltestelle gefahren. 7.45-8.20Uhr, während dieser Zeit bin ich voll und ganz damit beschäftig, vom Bus zur U-Bahn und von dort zur Straßenbahn zu wechseln, bis ich dann endlich, endlich nach einem gut 5-8 minütigen Spaziergang (sofern man in strammen Tempo geht und nicht hier und da noch anhält, was allerdings meistens der Fall ist) an der Universität ankomme, wo ich Chinesisch lerne. Um 9.00Uhr geht dann auch schon der Unterricht los bis dann um 11.30Uhr (meistens später, weil die Lehrerin es nicht auf die Reihe kriegt) schon wieder Schluss ist.

Ich rede schon wieder zu viel, ich halte mich die ganze Zeit nur selber auf….kann ja nicht wahr sein hier! *grummel*

Wie auch immer, an diesem Morgen fanden allerdings die midterm exams statt, deren Bestehen mehr oder weniger essentiell für Fortkommen bzw. erfolgreiches Abschließen des Chinesischkurses ist. Ist irgendwo klar, oder? Geschenkt bekommt man hier auch nichts, aber das ist ja nicht wirklich der Sinn der Sache.

Gut eine halbe Stunde zu früh am Ort der Prüfung angekommen, nutzte ich das letzte Bisschen Zeit, dass mir noch blieb, ein weiteres, ungezähltes Mal, meine Vokabelsammlung durchzuschauen und mir das Aussehen der verschiedensten Schriftzeichen einzuprägen.

Beinahe pünktlich um 9Uhr wurden wir dann auch in den Prüfungsraum gelassen, wo wir unsere vorher festgelegten Plätze einnehmen mussten, die glücklicherweise auf Grund ihrer Kennzeichnung mit dem jeweiligen Namen leicht zu finden waren. Selbstverständlich wurden wir paar Leutchen über den gesamten (Konferenz-)Raum verteilt, damit ja keiner abguckt oder überhaupt schummelt (weitere Prävention gegen „Cheater“ nahmen verschiedene Lehrerwesen vor, die durch die Reihen schlichen und einem jeden hin und wieder genauer auf die Finger guckten).
Alles in allem war die Prüfung für mich eher gammelich, da ich ohnehin fast jeden Tag fleißig am lernen bin, was mich – sehr zu meiner Befriedigung – als ziemlichen „Pr0“ (ich will das jetzt nicht wirklich erklären…) hinstellt, der „besser“ (in Sachen Chinesisch) ist, als die meisten anderen.
Na ja, wie das in Prüfungen, die eine fremde Sprache angehen (ich sage nur DELF) eben so ist, wurden wir natürlich auf Herz und Nieren geprüft, sprich: Es gab Aufgaben zu sowohl Hör- als auch Leseverstehen, welche im Endeffekt durch schriftliche Produktion vervollständigt wurden. Ganz am Ende musste man dann noch seine (u.U. nicht vorhandene) Fähigkeit, eine Konversation zu führen, unter Beweis stellen, womit ich erstaunlicherweise kaum Probleme hatte.
Insgesamt habe ich also ein gutes Gefühl, was diese ganze Geschichte angeht, da ich genau weiß, was ich weiß und was nicht….

Der nächste Tag:
Obwohl wir natürlich alle so schnell wie möglich unsere Punktzahlen erfahren wollte, hätten wir doch absolut nicht damit gerechnet, dass es schon am darauf folgenden soweit sein sollte.
Und ohne jetzt großartig drum herum zu reden, hier ist mein privat persönliches Ergebnis:
Oral Production: 98%
Listening & Writing: 98.5%
Total: 196.5 Pts.

Damit gehöre ich zu den absolut besten in allen drei Chinesisch-Klassen *angeb* und es gefällt mir richtig gut :D:D *böse lach*.

Lieb euch ❤

09
Nov
08

Äh, ja….genau – 02.11.08

Heute (Sonntag) war ja schon irgendwie ein seltsamer Tag…wie eigentlich jeden Sonntag fällt mir gerade auf.

Das erste Mal wach geworden bin ich diesen Morgen um 7.30Uhr. Warum wohl? Na klar! Diese blöden kleinen Kackbratzen von Kindern (wie ich sie liebe!) haben versucht, sich gegenseitig mit Buttermessern abzustechen – jedenfalls könnte man das meinen, wenn man nach dem Krach geht, den die veranstaltet haben.
Äh ja…das hört sich jetzt ziemlich böse an, das gebe ich zu, aber ich meine, wie würdet ihr euch fühlen, wenn ihr aus euren süßen Träumen gerissen werdet, obwohl ihr eigentlich ganz, ganz dringend eine Menge Schlaf bräuchtet. Willkommen in meiner Welt?
Na ja, eigentlich mag ich Kinder – solange brav sind und die Klappe halten!

Kaum war ich dann halbwegs in der Lage, meine Arme zu bewegen, habe ich mir erst einmal meine kleinen gelben Ohrstöpsel, von denen mir mein Papa-Bär dankenswerterweise genügend eingepackt hat (ein Paar ist schon verschwunden), geangelt und in meine Gehörgänge gesteckt, wobei ich allerdings bemerkte, dass ich eigentlich auch mal aufs Klo müsste, was ich dann auch umgehend erledigt habe.
Anschließend habe ich die Klimaanlage wieder ordentlich aufgedreht und mich zurück ins Bett geknallt, wobei ich mich eindeutig mehr tot als lebendig fühlte.

Letztendlich habe ich dann noch einmal bis 11.30Uhr geschlafen, denn zu dem Zeitpunkt hat mich mein Gastbruder aufgeweckt (ich weiß ehrlich nicht, wie er das geschafft hat, ohne in mein Zimmer zu kommen), um mich zu fragen, was ich denn zu Mittag essen wolle. Da ich von dieser Frage allerdings kalt erwischt wurde und mein Hirn noch halb im Tiefschlaf war, habe ich nicht wirklich nachdenken können und meinte einfach nur, ich will was Leckeres.
Damit war dass dann erst einmal erledigt und kaum fünf Minuten später kam auch schon eine der Angestellten herein, die meinte (weil ich das Frühstück verpasst habe), ich wäre am Verhungern und hat mir Schoko-Milch und Kräcker (schönes Wort) in die Hand gedrückt. Zwar war ich absolut gar nicht hungrig, da ich in Deutschland z.B. jedes Wochenende das Frühstück verschlafe und normalerweise den Tag immer mit dem Mittagessen beginne (ne, eigentlich ist es ja so, dass ich das Mittagessen ausfallen lasse und zur Mittagszeit einfach frühstücke – macht Sinn oder?). So viel zu meinen Essgewohnheiten…Ihr lieben Kinderchen, nehmt euch das nicht zum Vorbild, bitte, danke!

Mein Essen habe ich dann gut eine Stunde später bekommen, nur das mit dem „lecker“ hat nicht so wirklich geklappt; ich habe genau die Art Futter bekommen, die absolut gar nicht mag XD . Aber was sollte ich da schon großartig machen? Auch wenn es scheiße (ja, ´tschuldigung) geschmeckt hat, es war immer noch besser als nichts, was in diesem Fall die Alternative gewesen wäre.

Mit dem Essen kam dann aber auch noch etwas anderes: Na klar, die Haushälterin, aber das war noch nicht alles; die Haushälterin hatte nämlich auch noch einige Blättchen Papier im Schlepptau, deren „Inhalt“ ich für meinen Gastvater einfach mal übersetzten sollte – ich hoffe es ist jetzt offensichtlich, dass das Geschreibsel auf den Papieren (mehr oder weniger) der deutschen Sprache ziemlich ähnlich ist.
Besagte Blätter kamen nämlich (per Fax, denke ich – die Qualität war wirklich miserabel) aus Deutschland von der Firma Schüco (ich hoffe, das schreibt man so….), die mir nur allzu bekannt ist. Und sollte ich jemals in meinem Leben denjenigen treffen, der für die „Übersetzungen“ Zuständig ist, dann….ich weiß auch nicht….geige ich ihm (oder ihr) erst einmal ordentlich die Meinung. Ich meine, di e Übersetzung war ja schon recht ok, aber nur HALB vorhanden, weil sich irgendwer keine ehrliche Mühe gegeben hat, was ich dann letztendlich ausbaden musste.
Also bitte, Übersetzungs-Menschen von Schüco, gebt euch doch mal ein wenig mehr Mühe – ich meine, wenn ich es mehr oder weniger hinbekomme euren Fachtermini, der eigentlichen Bedeutung entsprechende englische, Wörter zu zuordnen, dann solltet ihr (du, er, sie, es….) jawohl auch schaffen, oder sehe ich das Falsch?

…ich unterbreche meinen Gedankengang an dieser Stelle, da ich erst einmal ein Nickerchen einlegen muss – man bin ich müde *gähn*…

Da bin ich wieder! *mir die Müdigkeit aus den Augen schüttel* Verdammt ist das warm hier, wer hat jetzt schon wieder an der Klimaanlage herumgefummelt (die Kontrollleiste eben jenes Geräts befindet sich außerhalb meines Zimmers)!? Menno!
Ah, welch eine Erfrischung so ein kühles Lüftchen doch ist!

Also, weiter im Text. Na ja, viel weiter geht es eigentlich nicht, denn der Tag war ja auch schon fast wieder um. Zum Abendessen gab es dann dasselbe Spiel, wie einige Stunden zuvor, nur diesmal mit dem Ergebnis, dass auf geheimnisvolle Weise ein Burger inklusive Salat und Coke (nein, nicht von „McDonald’s“ sondern von „Mos Burger“) in meinem Zimmer auftauchte, was von mir tatsächlich herzlich begrüßt wurde, da ich – frag mich nicht warum – ziemlich hungrig war.
Nachdem ich also in gut zwei Minuten den Burger „durchgebracht“ hatte, machte ich mich an den Salat, wobei ich jedoch erschreckt feststellte, das eben jener Algen aller Art (!) beinhaltete. Ich meine, mit Sushi und so sind Algen ja okay, aber so „frisch“ (ob sie das wirklich waren, kann ich nicht beurteilen), feucht und schlabberig brauche ich die wirklich nicht, vor allem nicht (m)einem Salat. Wie gut, dass ich immer noch die Coke hatte.

Ein wenig später an diesem Abend, meldete sich dann mein Gastvater persönlich (welch ein Wunder!) bei mir, allerdings nur um seine Übersetzung einzufordern, die ich ihm bereitwillig um die Ohren klatschte (Scherz 😀 ), da ich damit eh nichts anfangen konnte.

So ging dann auch bald ein Sonntag, wie kein anderer zuvor, zu Ende….und ich werde schon wieder philosophisch….*kopfschüttel*




Blog Stats

  • 18,072 hits
November 2008
M D M D F S S
« Okt   Dez »
 12
3456789
10111213141516
17181920212223
24252627282930

Neueste Kommentare

Flickr Photos