01
Feb
09

Mein Neues Jahr

..hat ja eigentlich gerade erst angefangen, denn über diese letzte Woche wurde hier am anderen Ende der Welt das chinesische Neujahr, auch „Lunar New Year“ genannt, begangen…

Für mich hieß das, mit meiner momentanen Gastfamilie 4 Stunden lang in einem gammeligen Zug zu sitzen (Gott, zum Glück hatten wir Sitzplätze! aber um 7 Uhr morgens fahren ja eh nicht so viele Leute mit dem Zug…*stirnrunzel*)
und in irgendein noch gammeligeres Kaff („Hau-Lian“ > ich glaube, der Name bedeutet irgendetwas mit Blumen) zu fahren, um für 3 laaaaaaaaange Tage deren Verwandte zu besuchen und rote Umschläge (später mehr) abzustauben. Wie LANGWEILIG!

[Anmerkung: Die Autorin hat momentan keine Lust mehr darauf, politisch korrekte Ausdrücke zu benutzen,
weshalb sie stattdessen auf Umgangssprache zurückgreift. Psst, nich weiter sagen: Die Gute scheint gerade irgendwie muffelich
zu sein…weiß auch nicht warum. Vielleicht kriegt sie ja ihre Tage <.<]

Kaum raus aus dem Zug, ging es gleich in einem furchtbar rostigen „Gefährt“ (max. Geschwindigkeit: 40km/h) weiter zum Zielort
(das hat vielleicht gedauert!), wo ich erst einmal von allen Anwesende (die Familie ist schon irgendwie groß)
geknudelt und voll gequatscht wurde, wobei ich erst etwas verstanden habe, als die (knuffige) Oma (die mir
ungefähr bis zum Kinn geht, was die Größe angeht) angefangen hat, ganz langsam und mit einfachen Wörtern mit mir zu reden…
Wirklich nett von ihr, ich bin mir dabei allerdings ziemlich zurückgeblieben vorgekommen…Immerhin war das Essen
richtig legga *freu* , obwohl…wer sich nicht bewegen tut, braucht auch nicht so viel essen, schade drum.

Na ja, da ich mich in den Häusern andere Leute, die ich obendrein auch noch überhaupt nicht kenne, und dann auch noch als
„schwarzes Schaf“ *määäh* bzw. doch eher bunte Kuh (sprich: Langnase) nicht besonders wohl fühle, habe ich meine Zeit
größtenteils damit verschwendet in die Glotze zu starren, wobei dort hauptsächlich „Nachrichten“ liefen (in Taiwan fehlt einfach
eine Prise Mord-und-Totschlag) – natürlich komplett auf Chinesisch und dann wurde das Zeug auch noch in so einem Mordstempo
heruntergerattert, dass ich null verstanden habe…Auch nicht nach der zehnten gottverdammten Wiederholung! Nach gut 3 Stunden
Rumgegammel hat sich mein Gehirn aber dann glücklicherweise ausgeschaltet, ich musste es dann aber (leider?) fürs
anschließende Billardspielen (wie zur Hölle schreibt man das denn jetzt?) reaktivieren, um nicht als kompletter Vollidiot (auf Kaffee-Entzung)
da zu stehen. Eigentlich hat es auch total Spaß gemacht, endlich aus dem Haus rauszukommen und etwas zu unternehmen,
ich dacht schon, ich gehe ein…

Dafür wurde ich dann später am Abend noch ein wenig entschädigt, in dem ich (wie die anderen Kinder der Famile) ganz der
chinesischen Tradition entsprechend, einen roten Umschlag mit ein wenig Geld darin bekommen habe. Das war fast besser als
Weihnachten! Ich meine, wer braucht denn Eltern…äh den Weihnachtsmann (den von der Coca-Cola Company), die einem
Genschenke unter den Weihnachtsbaum schmuggeln, wenn man mit Geld doch viel mehr anfangen kann 😛 Die Kinder (okay,
es waren Jugendliche) saßen den ganzen Abend auf heißen Kohlen, weil sie an ihre Knete ran wollten, weshalb die Eltern sich
natürlich extra lange Zeit gelassen haben…die „Zeremonie“ an sich, war dann eigentlich ganz lustig, weil anscheinend eine Menge
Witze gerissen wurden, die ich aber nicht verstanden habe – wenn aber plötzlich alle anfangen, zu lachen, kann man sich ja denken,
was abgeht.

Der erste Tag ging irgendwie, irgendwann mitten in der Nacht zu Ende, da wir (ich glaube es war so gegen 22, 23Uhr) noch „schnell“
zum nächsten Starbucks (20 min. Fußweg) gelaufen sind, um mit 6 Mann (5 Weibern und einem Kerl) ordentlich Kaffee zu saufen.
Anschließend durfte ich dann mit einer popeligen Matratze auf dem Fußboden schlafen…mir tut immer noch alles weh! *heul*

Tag zwei sah dann im Großen und Ganzen nicht viel anders aus, abgesehen, von einem nette (viel zu kurzen) Trip zum Strand,
den ich sehr genossen habe. Meer riecht einfach geil! 😀 Und dann war da auch noch ein kurzer Besuch in einem japanischen
Fisch-Museum und dem angeschlossenen (fischigen) Futter-Häuschen – man, da waren vielleicht viele Leute! Ferien sind doch doof,
solange andere Leute zur selben Zeit auf frei haben…*grummel*

Tag drei ist jetzt nicht weiter der Rede wert und wird daher ausgelassen…

Nach der dritten Nacht und dem dutzensten Mittachessen, ging es dann mit einem etwas schnelleren Zug (es hat nur 3 statt 4 Stunden
gedauert) zurück nach Hause, was von meinen Gasteltern mit „Yeehaa! Home, sweet home!“ vielleicht etwas zu euphorisch begrüßt
wurde…ich meine damit eigentlich nur, dass ich mich gewundert habe, weil die sich alle so gefreut haben, endlich von ihrer
Familie weg zu kommen – so verwunderlich ist das nun eigentlich auch wieder nicht, man kann seine Verwandtschaft ja normalerweise
auch nur eine gewisse Zeit lang ertragen 😉

Das war jetzt mein Wort zum Samstag, 1. Februar des Jahres 2009. Möge die…Grütze…mit euch sein! 😀

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