01
Feb
09

Fragen über Fragen

Also neulich, ganz aus heiterem Himmel bekam ich E-Mails von ein paar angehenden Austauschschülern, die nach den Sommerferien (genau wie ich vor einem halben Jahr – könnt ihr glauben, dass ich schon so lange weg bin???) nach Taiwan aufbrechen werden, um eine ganz andere (chinesischsprachige) Seite dieser Welt kennen zu lernen. Ich wünsche euch dabei viel Glück und hoffe, dass ihr es nicht all zu schwer haben werdet, auch wenn ihr euch wohl das ein oder andere Mal überwinden oder evtl. eine bittere Pille schlucken müsst! Aber keine Sorgen, es gibt immer Menschen, die euch wieder aufpeppeln und euch zeigen, dass man sein Leben unter allen (wiedrigen) Umständen genießen kann und vor allem sollte… 😀 Immer das Beste draus machen! 😉

Söderle…ich veröffentliche jetzt mal ein paar Auschnitte aus den Mails, die ich geschrieben bzw. bekommen habe, weil die darin enthaltenen Informationen bestimmt nicht nur für angehende Austauschschüler interessant sind, sondern auch für meine Familie und Freunde, die jetzt schon wieder lange genug auf ein Lebenszeichen warten mussten – bitte verzeiht mir! ^^


Los geht’s mit der Einleitung meinerseits:


…Ich bin hier in Taiwan nicht ungluecklich und auch ich bin mit gemischten Gefuehlen hier her geflogen, ich wusste nicht, was ich von Taiwan halten sollte, auch wenn ich mir dieses Land so zu sagen ausgesucht hatte […] . Doch die Sache ist, seit ichDeutschland verlassen habe und nach Taiwan gekommen bin, fuehle ich mich im Allgeimenen besser als zuvor und ich versuche mein Leben hier so gut wie moeglich zu geniessen, auch wenn es nicht immer ein Zuckerschlecken ist, man hat schon hin und wieder mal mit der ein oder anderen Schwierigkeit zu „kaempfen“. Aber es gibt im Endeffekt kein Problem, das sich nich loesen laesst. Man wird auf jeden Fall entschaedigt… 😉

…zum einen wie du dich auf dein Austauschjahr vorbereitet hast (ein Sprachkurs oder ähnliches) und wie du mit der Sprache in Taiwan zurechtkommst oder ob du Englisch sprichst?

 Zur Vorbereitung: Ich habe einen 15 woechigen Sprachkurs an der VHS in Bielefeld belegt, was mir dabei geholfen hat, die Grundlagen zu lernen. Mit Grundlagen meine ich allerdings nicht viel mehr als „Guten Tag“ etc., denn man vergisst ueber die Sommerferien schon mal Einiges, wenn man es nicht immer wieder wiederholt (und so eilig hatte ich es dann doch nicht, mir die Sprache einzupraegen, immerhin bekommt man hier [in Taiwan] einen sehr intensiven Sprachkurs gesponsort) – außerdem lernt man in der VHS das vereinfachte Mandarin (also mit einfacheren Schriftzeichen), waehrend ich hier Mandarin mit den traditionellen Schriftzeichen gelernt habe. 

Auch wenn ich schon seit knapp 6 Monaten hier bin, unterhalte ich mich groesstenteils immer noch auf Englisch, weil mein [chinesisches] Vokabular total eingeschraenkt ist. So gerne ich mich auch auf Chinesisch verstaendigen moechte, mir fehlen des Oefteren einfach die Worte, was die Sache nicht gerade einfach macht. Alles in allem, wird die Kommunikation aber mit der Zeit immer einfacher und die Einheimischen sind oft positiv ueberrascht, wenn man immer mehrin ihrer Landessprache mit ihnen spricht. Wir Austauschschueler betrachtendaher Gasteltern, die kaum oder kein Englisch sprechen als reinen Gluecksfall, da man nur zu leicht Englisch spricht, anstatt sich mit Chinesisch „abzumuehen“. 


Wie hat deine Gastfamilie am Anfang auf dich reagiert oder wie haben andere Leute auf einen Europäer reagiert?

Eigentlich waren alle meine Gastfamilien bis jetzt sehr umgaenglich (ich hatte schon 3) und nur die Kinder haben ein wenig sehr aufgeregt auf mich reagiert, das jeweilige Verhalten kommt allerdings auf die einzelnen [Familien-] Mitglieder an, jeder Mensch wird anders auf dich reagieren. Zu Anfang ist es jedoch immer so, dass beide „Parteien“ sich erst einmal „beschnuppern“, um ein Gefuehl fuer den jeweils anderen zu bekommen, weshalb man vor allem in der ersten Zeit versuchen sollte, sich einige Steine im Brett zu sichern, damit man hinterher ein wenig mehr Freiheit erfragen kann und evtl. hin und wieder eine etwas verlaengerte Ausgangszeit bekommt. [Das Prinzip ähnelt doch stark dem „Ehekonto“ – nur ohne heiraten 😛 ]

…Ich selbst war zu Beginn des Austauschs ueberrascht, wie wenig Auslaender man doch hier sieht und man fuehlt sich manchmal schon etwas seltsam, wenn man als „Langnase“ von den Einheimischen neugierig angestarrt wird. [Aber man gewöhnt sich an alles; manchmal ist es total lustig, wenn man einfach zurück starrt *lol*.]


Hast du an deiner Schule schnell Freunde gefunden und was machst du in deiner Freizeit dort?

Mit den anderen Austauschschuelern habe ich mich sehr schnell angefreundet und einige sehr gute Kontakte geknuepft, die hilfreich sind, wenn man zusammen die Stadt, in der man wohnt, erkunden will oder wenn man einfach nur zusammen abhaengen will. Es ist immer gut, Kollegen zu haben, mit denen man ueber Austausch-bezogene Dinge reden kann und ueber Rotary leastern kann (dazu wirst du sicherlich auch Gelegenheit genug bekommen, Rotary ist immer eine hitzige Diskussion wert XD ). Ausserdem ist es total toll, wenn man mit Studenten von der Uni ausgehen kann, denn die Leute wissen eigentlich immer, was fuer coole Events anstehen und sie sind es, die dir deinen neuen Lebensraum so ziemlich am Besten zeigen koennen.

An meiner Schule allerdings habe ich weniger Freunde, die mit mir ausgehen [oder Ähnliches], denn fuer gewoehnlich haben die High School Kids kaum Zeit, die sie mit dir verbringen koennten, sie muessen normalerweise fuer die Massen an Tests lernen, die staendig fuer sie anstehen…:P[Hinzukommt, dass eben jene Klassenkameraden evtl. nicht ganz auf der selben Wellenlänge sind, wie man selbsts. Meine Mitschüler z.B. sind zwar ungefähr in meinem Alter (15, 16 – nicht vergessen, am 29.03. ist mein 17ter Geburtstag!), kommen mir aber eher wie 12-Jährige vor und ich habe es ja nicht so mit Kindern 😛 – es ist aber immer nett, wenn ich hin under wieder mal ein wenig mit meiner Lehrerin quatschen kann, die mit ihren 27 Jahren schon eher auf meiner Wellenlänge schwingt :D]

Freizeit habe ich um ehrlich zu sein nicht so wirklich viel ausserhalb der Woche, da so ein Schultag schon ziemlich lang sein kann und man dann evtl. nicht mehr mehr so viel Lust hat, sich die ohnehin wunden Fuesse noch platter zu latschen oder…ich weiss auch nicht…das bin wahrscheinlich nur ich… XD Ansonsten gehe ich am liebsten ins Kino, in Cafes (vorzugsweise Starbucks) oder Shoppen oder haenge einfach zusammen mit anderen ab und relaxe ein wenig. […]


…Ich war bis zum Tag meines Abfluges [selbst] nicht sicher, ob ich diesen Schritt wirklich wagen wollte, doch ich habe es getan und bereue es nicht…ich bin froh, dass ich hier her gekommen bin.  

 

Das war es jetzt erst einmal wieder von mir, wenn ich lustig bin, dann schreibe ich heute noch mehr, denn eigentlich habe ich ja ohnehin nichts Anderes zu tun 😀

lG

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