Archiv für Mai 2009

30
Mai
09

Schadensbegrenzung

So, ich war ja jetzt gute 10 Tage zusammen mit meinem Rotary Distrikt auf meiner „Round-Island-Tour“, was erklärt, warum ich nun schon länger wieder keinen Eintrag hier verfasst habe…aber das ändert sich ja jetzt grade. 😀

Zwar will ich jetzt auch keinen detaillierten Bericht meiner Reise von mir geben (das kommt noch in einzelnen Artikeln), aber immer hin kann ich euch einen groben Überblick über den Unsinn geben, den wir so angestellt haben…immerhin sind 10 Tage eine lange Zeit 😉

Soweit war meine Tour zusammen mit all den anderen total superund ich würde gerne noch einmal 2 Wochen mit ihnen zusammen verbringen…:D Zwar gab es auch mehrere kleine Blessuren (Sonnenbrände, Kater, Kopfschmerzen…etc. – das alte Lieb eben), aber das lässt sich alles recht gut ertragen, wenn man mit einer unglaublichen Menge Spaß belohnt wird. 😀

Am „bitteren“ Ende (weil es eben das Ende unserer gemeinsamen Zeit „eingeläutet“ hat) lief dann alles darauf hinaus, dass ich erst einmal mein böses, kleines Schlafdefizit ausgleichen musste, weshalb ich nach meiner Rückkehr prompt ins Bettchen und erst mal 12 Stündchen (den Vortags-Rausch aus-) schlafen.

Das war’s jetzt fürst erste…Bis gestern!

16
Mai
09

Zum Kaffee eingeladen

Freitag. Heute ist sicher nicht einer der besten Tage meines bisherigen Austauschlebens, dafür aber sicher einer der peinlichsten. 😛

Ja, was habe ich denn heute wieder angestellt? Erst einmal bin ich doch glatt im Unterricht weggepennt…was normalerweise kein Problem ist, nur hatte ich heute leider den falschen Lehrer – den, der es nicht gerne sieht, wenn man in seinem Unterricht vor sich hin döst… (da steigt mir doch beinahe die Schamesröte ins Gesicht :D).

…Im einen Moment träume ich noch von hübschen Männern in knappen Hosen und engen T-Shirts und im nächsten Moment wird mein schöner Traum brutal vom Lehrer zum Platzen gebracht. Danke! 😛

Auch egal, es war ja dann auch schon wieder Pause und ich machte mich auf, ein Käffchen zu kaufen, um weitere (vom Lehrer ungewollte) Schlafattacken zu unterbinden. [Eigentlich wollet ich den Tag heute ja mal ganz ohne Kaffee überstehen, aber ich hab’s nicht mehr ausgehalten *roflcopter* 😀 – keine Macht den Drogen!]

Anyway, verpennt, wie ich war, stellte ich den geflaschten Kaffee (also Kaffee aus der Flasche :-)) vor mir auf mein kleines Tischlein, natürlich ohne die Flasche wieder zu zu schrauben…ist ja logisch. Als ich dann im nächsten Moment wieder nach meinem Getränk greifen wollte, könnt ihr euch ja sicher vorstellen, was sich dann abgespielt hat. Man muss wirklich kein Hellseher sein, um zu wissen, dass ich den Kaffee natürlich umgeschmissen habe – volles Rohr auf meinen vor mir sitzenden Mitschüler, dem das allerdings nicht viel aus zu machen schien…Gut nur, dass noch Pause gewesen ist, so störte unsere Saubermachaktion wenigstens nicht den Unterricht.

Nachdem wir dann die Opfer meines kaffeeistisch motivierten Terroranschlages porentief gereinigt hatten, verschwand mein glückloser Klassenkamerad in den nächsten „Hand-Wasch-Raum“ (original-getreue Übersetzung aus dem Chinesischen für „Scheißhaus“ :D), um sein Zeugs von den klebrigen Überresten meines Lieblingsgetränkes zu befreien.

Als wäre es auch nicht schon genug, dass ich den Tag meines Mitschülers, im wahrsten Sinne des Wortes, ordentlich „versaut“ hatte, machte sich der Lehrer anschließend auch noch vor aller Ohren über ihn lustig, weil er sich einen Föhn geholt hatte, um seine Sachen zu trocken…

Ganz ungeschoren bin ich allerdings auch nicht davon gekommen, weil der Lehrer vor versammelter Mannschaft zu mir meinte (auf Chinesisch natürlich), ich hätte meinen Sitznachbarn wohl zum Kaffee einladen wollen…Lehrer sind ja so lustig…NICHT!

In diesem Sinne bis gestern! Ich hoffe mal, dass ihr schön was zu lachen hattet und euer Tag nun gerettet ist 😀

14
Mai
09

Von Schamgefühl und schwimmenden Skeletten

Dienstag. Es ist heiß und unerträglich feucht, kein Lüftchen weht – nicht einmal ein Hauch von Frische liegt in der Luft, während während die Sonne mit über 30°C vom HImmel brennt.

Glaubt mir, so gerne ich mich auch rösten lasse, angenehm ist das schon lange nicht mehr – mein Kopf tut weh und ich habe das ungute Gefühl, dass ich eigentlich jeden Moment tot umfallen müsste. Lecker…im eigenen Saft gebrutzelt…

Und bevor ich es komplett vergesse, zu erwähnen: Chinesischsprachiger HipHop/ Rap ist so ziemlich die beschissenste Art von „Musik“, die es gibt und das liegt nicht nur daran, dass die chinesische Sprache kaum Schimpfwörter enthält…wirklich total peinlich…

Kommen wir nun zu dem, was ich eigentlich sagen wollte: Auf Grund des unglaublich schwül-heißen Wetters, welches schon seit gut 2 Wochen anhält, stand heute glücklicherweise Schwimmunterricht auf dem Stundenplan, wovon ich jedoch ebenfalls glücklicherweise so gar nichts wusste…das Leben ist eben kein Ponyhof. 😛

Wenn ich allerdings mal ehrlich bin (was ich ja eigentlich immer bin ;-)), muss ich gestehen, dass ich den Schwimmunterricht eigentlich gar nicht mag, weil ich da ständig angeglotzt werde (liegt wohl an meiner hübschen weißen Haut und den Titten :D). Außerdem entpricht das Schwimmbad nicht unbedingt meinen (deutschen) Standards…das nur mal eben am Rande erwähnt…

Naja…meine Klassenkameradinnen haben allerdings noch ganz andere Komplexe von wegen im Badeanzug (eher noch Tauchernazügen) vor den Jungs aufzulaufen…Mir als Beobachterin bot sich ein herrliches Schauspiel: Wir hatten uns alle am Außenbecken des Schwimmbads versammelt, die „männlichen“ Klappergestelle waren bereits in (enge) Badehöschen gekleidet (der Ausblick war nicht gerade vielversprechend) – alles wartete auf die Mädchen. Wenige Minuten später kamen die dann auch endlich mal aus der Umkleide, trauten sich allerdings nicht, direkt zu den Anderen zu gehen, stattdessen versteckten sie sich hinter einem Dingenskirchen, das in der Gegend herumstand, weil  keine von ihnen als erste vorne weg laufen wollte (man hätte ihr ja was weg gucken können)…das ging dann solange, bis der Lehrerin der Kragen geplatzt ist und ihre „Schützlinge“  herkommandiert hat…Ich hab mich vielleicht amüsiert…:D

Aber eigentlich kann ich meine Kameradinnen ja verstehen, denn so, wie die Kerle aussehen, hab ich ja auch einen ordentlichen Schrecken bekommen – wie die aussehen!!! Die würden in Deutschland sofort wegen Magersucht oder ganz bösen Stoffwechselproblemen in die nächste Klinik eingeliefert, weil die nicht mehr als Haut und Knochen sind! Man kann z.B. jeden einzelnen Wirbel überdeutlich sehen und auch die Rippen zu zählen ist kein Problem…das is wirklich ein erschreckender Anblick, für jemanden wie mich, der sich zwar gerne mit Skeletten abgibt, aber auch nur, wenn sie tot oder unecht sind…nicht doch mit lebenden Knochenhaufen. Wie Ekalich! *shudder*

So viel dazu. Guten Durst und bis gestern!

P.S.: Rechtschreibfehler sind mir egal, ich hab eben kein Word und lese meine Einträge nicht noch hundertmal, also wenn dir das nicht passt, dann mach doch einfach die Augen zu. 😀 😉

07
Mai
09

Schwerkraft und anderer Mist

Manch einer von euch hat sich eventuell schon einmal gefragt, welcher Unsinn sich alltäglich in meiner Chinesisch-Klasse zuträgt – falls nicht, tja, auch egal, ich erzähl’s trotzdem! 😀

Ein kleiner Tipp am Rande: Wer nicht ohnehin schon sitzen sollte, der möge sich doch spätestens jetzt mal auf seine vier Buchstaben herab lassen, schließlich wollen wir (ich) nicht, dass sich irgendjemand verletzt, weil er vor Schreck umgefallen ist 😉

Auch, wenn man das jetzt nich unbedingt erwartet hätte, aber meistens wird mir in meinen drei Stunden (à 50 min) Unterricht pro Tag, tatsächlich einiges beigebracht: Vokabeln, sentence patterns (und äh…auf Deutsch??? Kein Plan – sag du’s mir :P) und der ganze andere Kram, der dazu gehört, wenn man versucht, eine Sprache zu erlernen…Betonung auf „versucht“. *grins*

Aber (ja, darauf haben jetzt alle gewartet), wenn man Tag für Tag drei, mit allen Wassern gewaschene Klatschweiber für ein paar Stunden in einem 6m² kleinen Klassenraum einsperrt, dann kann da ja nix Gutes bei herauskommen. 😀

Nur all zu oft passiert es, dass wir uns gut eine Stunde lang verquatschen, bevor überhaupt dazu kommen, das Buch auf zu schlagen. Unsere Themen variieren dabei von unseren Wochenenderlebnissen übers Heiraten bis hin zu persönlichen Problemchen…Brüsten 😀 *freu*

Über Brüste zu reden, mag zwar wenig mit dem Fach Chinesisch zu tun haben, solange man sich allerdings auf Chinesisch darüber unterhält, lernt man schließlich auch noch etwas: Nämlich Vokabeln und patterns und wie man’s benutzt. 😛

Anyway, weiter im Text… Neulich bot sich am Ende einer äußerst amüsanten Konversation folgende conclusion: Meine Lehrerin (42) hatte sich in ihrem (zu guter letzt ohnehin aussichtslosen) Kampf gegen die dunklen Mächte der Schwerkraft mit einem brandneuen Wunder-Busen-Hälter ausgestattet (der Begriff geht auf eine weit zurückliegende, hitzige Diskussion zwischen Schüler Lukas K. und Lehrerin Sylvia W. zurück, in der es um die korrekte Übersetzung der Abkürzung BH ging – vollkommen nutzloses wissen, aber ich wollte mal eben dran erinnert haben ;-)), der ihr zumindest für den Moment ein nettes Dekoltee verpassen sollte, was auch durch aus nicht erfolglos geblieben ist 😛

Ich schätze, wenn man mit gut 40 immer noch bei Muttern wohnt und sowohl unverheiratet als auch dauer-single ist, veruscht man so das ein oder andere, sich noch eben einen Kerl unter den Nagel zu reißen.

[Neulich hat sie sich z.B. überlegt, meinen werten Vater zu heiraten, weil der ja nicht nur super lecker kochen kann, sonder auch des Nähens fähig ist – da war die Gute gleich hin und weg. 😀 Leider musste ich ihr dann aber erzählen, dass mein allerliebste Papa-Bär ein halber Ordnungsfanatiker ist, der beim kleinsten Anzeichen von Chaos gerne mal seinen Unmut darüber kund tut, obwohl einen das gar nicht interessiert . 😀 Und prompt winkte meine Lehrerin danked ab, da sie es mit Ordnung wohl nicht ganz so genau nimmt. 😛 Für die Lacher auf meiner Seite hat es jedenfalls gereicht: *lolz*]

Und weiter geht’s mit meiner durchaus durchgeknallten, japanischen Klassenkameradin Hitomi (33), wahlweise auch „Hit Me Sensei“! genannt (Amerikanskis tun sich halt schwer, mit der japansichen Aussprache), braucht sich eigentlich keine Sorgen um die Auswirkungen der Schwerkraft zu machen, da sie über keinen nennenswerten Vorbau verfügt, der später irgendwann einmal hängen könnte. 😛 Sie selbst meine dazu, dass ihr Fiancé sie öfter mal damit aufzieht, dass seine Titten viel größer sind als ihre – naja, sie trägt’s mit Fassung und kann immerhin Witze darüber reißen. 😀 (Manchmal liege ich tatsächlich heulend vor Lachen unterm Tisch…Zustände sind das… 😀 ;-))

So viel dazu…über mich wollen wir an dieser Stelle jetzt mal nicht reden, sonst verklagt mich sicher noch irgendwer auf Schmerzensgeld, was ich mir absolut nicht leisten kann…:P

Und wem das hier jetzt zu geschmacklos war, der kann mich mal lieb haben und sich schnellstens verflüssigen, schließlich wird hier niemand zu nix gezwungen 😉

Bis gestern! :-*

04
Mai
09

Wer hat mein Mittagessen angekohlt?

Wisst ihr, ich war immer äußerst glücklich darüber, dass sich in unmittelbarer Nähe zu meiner Chinesisch-Schule ein nicht zu verachtendes Einkaufszentrum befindet, welches mit einem ebenfalls nicht zu kleinen „Food Court“ ausgestattet ist, der alle möglichen (und unmöglich taiwanischen) Köstlichkeiten bereithält. 😀

Dieser Food Court beherbergt neben unzähligen Restaurants und einem Supermarkt auch noch eine schmackotastische italienisch (angehauchte) Bäckerei, in der es Tag für Tag frische (halbwegs europäische) Backwaren zu kaufen gibt, die mein Herz immer wieder aufs Neue erfreuen – von Montag bis Freitag zwischen 12 und 12.15 Uhr (das wäre dann exakt der Zeitraum, der mir zum Essen bleibt, bevor ich mich in den 12.15 Uhr Shuttel Bus setze, der mich (meistens wohlbehalten) zur nächsten MRT Station bringt).

Tja, so viel Glück, wie ich immer habe, trug es nun letzten Freitag um 15Uhr zu, dass ein Feuer im Food Court ausbrach und diesen (und das meiste drum herum) ordentlich verkohlte…So auch mein Mittagessen, welches ich mir dort vorerst nicht mehr leisten werden könne, was wiederum zu schade ist, da ich nun wieder auf den ollen Frass vom nächstbesten 7-11 ausweichen muss, weil ich ja keine Zeit haben tu, in irgendein richtiges Restaurant zu latschen, um mir was vernünftiges zu Futtern zu holen.

Und wie es nun mal ist, wenn so ein Einkaufszentrum halbwegs abfackelt, fährt natürlich auch kein gratis Shuttle Bus mehr, der doch tatsächlich der einzige Bus weit und breit ist, der einem das Leben tatsächlich leichter macht – schöne Scheiße!

Aber immerhin kann ich mich damit trösten, dass das Leben weitergeht und die Shopping Mall wohl nächste Woche wieder geöffnet sein wird. Tja, leider ist ja meine Chinesisch-Klasse am 18.05. schon wieder vorbei, was ich nur zu schade finde, da ich dort wirklich eine tolle Zeit hatte (naja, noch habe ich sie :D).

In diesem Sinne, bis gestern! 😉

03
Mai
09

Das Ende eines enttäuschenden Tages

Bevor ich jetzt von meinem Tag erzähle, möchte ich meine rotarischen Freunde und Bekannte herzlich bitten, einfach mal weg zu lesen, da ich an dieser Stelle über die absolut grenzenlose Unfähigkeit der taiwanischen Rotarier berichten möchte – und so, wie ich mich kenne, wenn ich schlecht gelaunt bin, wird es sicher nicht hübsch…Wehe, es meint hinter her irgendwer, ich hätte ihn nicht gewarnt.

Samstag. Der bisher schönste Tag der Woche. Die Sonne scheint mit herrlichen 30°C vom Himmel herab, an dem kein einziges Wölkchen zu sehen ist. Hin und wieder kühlt eine laue Brise erhitzte Gemüter und schwitzende Austauschschüler, die sich auf dem Weg zu alljährlichen Distrikt Konferenz im Taibei Grand Hotel befinden. Um 14Uhr soll man sich im 12. Stock des Hotels einfinden.

Aber wie bitte kommt man dahin? Tja, Rotary weiß alles: „Get off at this station and take a shuttle bus“, soweit die Anweisungen. Wo jetzt genau dieser Shuttle-Bus abfährt und in welchen zeitlichen Abständen und wie und was und überhaupt wird vorsichtshalber einfach mal ausgelassen, was dann dazu führt, dass sich ein Haufen planloser Inbounds vor der richtigen MRT-Station tummelt, ohne zu wissen, wo genau sie jetzt eigentlich hinsollen. Dabei sehen sie dann auch noch ganz schön bescheuert aus, da sie komplett ausgerüstet mit ihren leuchtend weißen Rotary-T-Shirts und ihren unübersehbaren Blazern blöde, fast wie verloren gegangene Kühe, in der Gehend herumstehen und große Augen machen.

Einmal (nach dem ein oder anderen Umweg) am Hotel angekommen, ist die Freude erst einmal groß: Die Rotarier haben sich mal wieder ordentlich was geleistet, denn das „Grand Hotel“ ist nun wahrlich keine billig-Absteige, nein, nein ganz im Gegenteil, das Essen und die Austattung und das ganze Drumherum sind vom Allerfeinsten…wovon die Austauschschüler, die vor Hunger so ziemlich am verrecken sind, natürlich wieder nichts zu sehen bekommen…Warum sollte man denn auch bitte Geld für die Idioten rausschmeißen?

Na ja, zumindest kann man die hoheitlich-rotarische Präsenz (und damit auch seinen Weg zum Versammlungsort) keineswegs verfehlen, da das ganze (groooooooooooße) Hotel mit hunderten von Rotary-Flaggen ausgestattet ist…nur mal so am Rande erwähnt.

Zu guter letzt (sorry, ich muss hier wirklich komplett ohne Rechtschreibprüfung arbeiten) habe ich es dann auch in den 12. Stock geschafft, um mich so gleich zu meinen anderen deutschen Kameraden zu gesellen, denn es ging daran, eine kurze Performance zusammen mit den Outbounds vorzubereiten, wovon man uns VORHER allerdings nichts gesagt hatte, das ganze kam etwas überraschend, weshalb und worüber nicht unbedingt jeder ausgesprochen glücklich war. Man könnte mit der Zeit tatsächlich meinen, die taiwanischen Rotarier haben wirklich Spaß daran, sich beschissene, unvorbereitete Vorführungen anzuschauen – heute wäre nicht das erste Mal, dass sie uns so…in die Scheiße reiten. Würde man uns mal ins Bild setzen, könnten wir ja wenigstens versuchen, uns irgendwas Nettes für die Performance auszudenken, aber sowas ist da wohl eher Wunschdenken…

Anyway, wir haben uns dann am Ende dafür entschlossen, lauthals „Viva Kolonia“ zu gröhlen, womit die Outbounds, die ja noch kein vernünftiges Deutsch konnten, auch locker zurecht kamen… Das war dann aber noch nicht alles: Ein Lied auf  Taiwanisch sollten wir auch noch alle zusammen singen, was sich ziemlich katastrophalisch anhörte, auch wenn man uns ausnahmsweise im Vorfeld mitgeteilt hatte, dass wir diesen Song üben sollten.

Tja, also weiter geht’s…Wir übten unsere Performances gut 2 Stunden lang, bevor alle 60 Austauschschüler in einen anderen Raum ohne nennenswerte Aircondition eingesperrt wurden, wo wir weiter auf unseren Auftritt warten sollten. Bis zu diesem Zeitpunkt, hatte man uns weder einen kleinen Snack noch etwas zu trinken vorbeigebracht, was nicht gerade Hochstimmung unter uns verbreitet, da keiner von uns daran gedacht hatte, seinen eigenen Proviant mit zu bringen, da wir den Nachmittag schließlich in einem Hotel verbringen sollten und dachten, man würde uns wenigstens mit einer klitzekleinen Kleinigkeit den Tag versüßen, schließlich ist Rotary ja sonst auch so großzügig – falsch gedacht.

Nach einigem Rumgemecker unsererseits, hatte man dann doch mitleid mit uns und hat einige Flaschen Wasser verteilt, die wir kurz darauf schon wieder abstellen mussten, weil man uns aus dem stickigen Raum, in dem wir alle warteten, in den Konferenzraum scheuchten, wo uns gleich die nächste Überraschung erwartete: Die Halle war beinahe komplett leer und es schienen mehr Austauschschüler, als Rotarier anwesend zu sein, da diese sich im Vorfeld aus dem Staub gemacht hatten – aus welchen Gründen auch immer…

Eine zweite Überraschung folgte umgehend der ersten, als man uns mitteilte, dass wir doch nicht singen brauchten, nicht einmal vorstellen sollten wir uns noch. Das ganze lief am Ende so ab, das wir kurz auf der Bühne aufmaschierten unsere Gesichter zeigten und nachdem ein paar Fotos geknippst wurden, scheuchte man uns wieder aus dem Saal und zurück in den Raum, in dem wir zu Beginn der Veranstaltung noch geübt hatten…Diese Überraschung wurde von uns Austauschschüler und den als Unterstützer anwesenden Rotexern allerdings überhaupt nicht gut aufgenommen, weil unsere ganzen Bemühungen letztendlich doch für die Katz gewesen sind.

Bevor man uns dann endlich aus unserem Dienst entlies, entschuldigte man sich noch in aller Eile, ohne jedoch zu erklären, wie und warum unsere Anstrengungen einfach so mit den Füßen getreten wurden…keine 5 Minuten später waren wir auch schon wieder raus aus dem Hotel und dazu richtig schön enttäuscht – und ich meine tatsächlich richtig enttäuscht. Da versucht man einmal, wirklich sein ganzen Herz in eine Sache rein zu stecken, um nicht immer als grummelige Nervensäge dazustehen und den angehenden Outbounds einen guten Eindruck zu vermitteln und einfach mal richtig gute Stimmung zu machen und dann bekommt man grundlos ein nettes Steak-Messer in den Rücken gesteckt – fühlt sich nicht besonders toll an.

So eine Enttäuschung, ich bin nicht einmal wütend, ich bin einfach nur enttäuscht, so hatte ich mir das sicher nicht vorgestellt…

Dabei sagt mein Gastvater doch immer, dass es besser ist wütend zu sein, weil das ein Zeichen dafür ist, dass einem etwas auch wirklich wichtig ist. Nein, ich bin wirklich nicht wütend…


So viel zu meinem glorreichen Samstag. Outbounds dieser Welt, lasst euch bloß nicht von meinen Erlebnissen abschrecken, die Rotexer haben mir versichert, dass dieses Jahr bei weitem das Schlechteste war, auch wenn es jedes Jahr ziemlich ähnnlich läuft, wenn auch nicht ganz so schlimm…

In diesem Sinne, bis gestern!